<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Nachdenklichkeiten einer Krankenschwester</title>
	<atom:link href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com</link>
	<description>Das geheime Sudelbuch der Ina Eff.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 09 Jan 2012 19:43:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
<cloud domain='nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://0.gravatar.com/blavatar/ab2ea9e5038a1579ef863bd9f5831dd5?s=96&#038;d=http%3A%2F%2Fs2.wp.com%2Fi%2Fbuttonw-com.png</url>
		<title>Nachdenklichkeiten einer Krankenschwester</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/osd.xml" title="Nachdenklichkeiten einer Krankenschwester" />
	<atom:link rel='hub' href='http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?pushpress=hub'/>
		<item>
		<title>Sinnsprüche und Splitter (2)</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2012/01/06/sinnspruche-und-splitter-2/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2012/01/06/sinnspruche-und-splitter-2/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 11:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsprüche und Splitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=373</guid>
		<description><![CDATA[Phantasie: Ehrlichkeit ist die einfachste Art durchzukommen. Grad, spitz und krumm: Das Zusammenstehen von Mann und Frau hat ihr Zusammenliegen &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2012/01/06/sinnspruche-und-splitter-2/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=373&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Phantasie: </strong>Ehrlichkeit ist die einfachste Art durchzukommen.<strong></strong></p>
<p><strong>Grad, spitz und krumm: </strong>Das Zusammenstehen von Mann und Frau hat ihr Zusammenliegen zur Voraussetzung.</p>
<p><strong>Am eignen Klang berauscht: </strong>Die wahrscheinlich genialste Erfindung des Menschen: Gott.</p>
<p><strong>Erfindungen (2):</strong> Die wahrscheinlich genialste Erfindung des Menschen: Konstruktivismus. Weil er die Erfindung ist, die alle Erfindungen erfindet, einschliesslich seiner selbst.</p>
<p><strong>Our time: </strong>Standing on the shoulders of dwarfs.</p>
<p><strong>Dort: </strong>Das unangenehme wird dort kunstlos dem Nutzlosen verbunden.</p>
<p><strong>Irrtum: </strong>Jeder Irrtum enthält etwas Richtiges. Manchmal überwiegt es. /ODER/ Beweist nicht, daß sich aus Irrtümern lernen lassen soll, daß sie im Wesentlichen richtig sind?</p>
<p><strong>Kunst(3): </strong>Künstler wird, wer eine Artikulationsschwäche kompensieren muß.</p>
<p><strong>Schönheit&amp;Zeit: </strong>Alles ästhetische Empfinden bezieht sich auf den Augenblick. Schön können nur das Sein oder das Nicht-Sein sein; nie das Werden, als Prozeß erlebt. Lediglich, wer das Werden überdenkt und dergestalt wieder zu einem Augenblick zusammen zieht, kann dessen Schönheit empfinden. Das ästhetische Empfinden ist eine Art, die Zeit anzuhalten.</p>
<p><strong>Vorläufigkeit und Lebensentwurf:</strong> Wer stets im Konjunktiv leben will, wird dennoch einmal im Indikativ sterben. /ODER/ Auch wer nur im Konjunktiv leben will, wird im Indikativ sterben müssen.</p>
<p><strong>Selbstwerdung:</strong> Nicht in dem, was wir durchsetzen, formt sich unser Selbst, sondern in den Kompromissen, die wir eingehen müssen. Wer nie einen Kompromiss eingeht, ist niemand. Wer immer nur Kompromisse eingeht, ist auch niemand.</p>
<p><strong>Vorsicht:</strong> Nichts ist so verletzlich, wie die Ordnung.</p>
<p><strong>Die Wissenschaft teilt mit: </strong>Der Tod ist eine Zivilisationskrankheit.</p>
<p><strong>Saure Trauben: </strong>Konservativ wird man aus Enttäuschung. Wer einnmal bei einer Losbude eine Niete gezogen hat, bekommt Angst er könnte von tausend Lebensalternativen eine von den 999 wählen, die eine Verschlechterung bedeuten.</p>
<p><strong>An die Rechten:  </strong>Benehmt euch künftig //<br />
Mal vernünftig!</p>
<p><strong>An die Linken:</strong> Es reicht nicht, ungerecht behandelt worden zu sein, um Recht zu haben.</p>
<p><strong>Aphorismus (3):</strong> Sprich doch mal &#8216;n Machtwort! Nee. Mach doch mal &#8216;n Sprichwort!</p>
<p><strong>Geburt der Tragödie:</strong> Die Tragik der Geschichte ist, das meiste in ihr ist schon vorbei.</p>
<p><strong>Bewältigungen (1):</strong> Die Aufgabe des modernen Menschen (Bürgers, Citoyen, Konsumenten) ist die Aufgabe seiner selbst.</p>
<p><strong>The ugly duckling:</strong> Wer überhaupt etwas wissen will, darf nicht alles wissen wollen.</p>
<p><strong>Aphorismus (4):</strong> Aphorismen sind diejenigen Rätsel, deren Lösung das Leben ist.</p>
<p><strong>Das Absolute (1):</strong> Eine Sache zur Perfektion bringen, heisst, sie verderben.</p>
<p><strong>Persönlichnehmen</strong>: Was wir ernst nehmen, wo wir uns fest beissen, das macht uns schlechter in der Art und besser in der Sache. Blut ist ein ganz besondres Bier: Meins.</p>
<p><strong>Schmerzliche Erfahrung:</strong> Wissen ist Ohnmacht.</p>
<p><strong>Frauen &amp; Männer:</strong> Liebe will das Zueinanderfügen zweier Menschen. Frauenliebe ist Kraftschluss, Männerliebe ist Formschluss. Frauenliebe klebt, Männerliebe klammert.</p>
<p><strong>Aphorismus (5):</strong> Nur wer reich an Geist ist, kann tief denken; aber was er da findet ist nie geistreich.</p>
<p><strong>Untiefen:</strong> Täuscht Euch nicht: Ein Lob ist zehnmal schwieriger zu verkraften, als ein Tadel!</p>
<p><strong>Einzige Wissenslücke:</strong> Ich weiß nicht, was ich nicht weiß. (Sokrates ver. 1.1)</p>
<p><strong>Aphorismus (6):</strong> Witz heisst, auf die allerfeinsinnigste Art grob sein.</p>
<p><strong>Freier Wille (2):</strong> Das Leben ist nichts als besinnungslose Erfüllung von inneren und äusseren Pflichten. Die inneren Pflichten sind die wahren Tyrannen; deshalb nennt man sie den freien Willen. Das Genie macht denn auch die einzig wahre Revolution: Es insurgiert gegen seinen freien Willen.</p>
<p><strong>Irrtum und Wahrheit: </strong>Es gibt Irrtümer, die so tief und kenntnisreich sind,  daß man fürchten muß, daß keine Wahrheit es mit ihnen darin aufnehmen kann. (Religion,  Friedell) &#8211; Die Wahrheit, weil sie wahr ist,  kommt nach ihrer Dingbarmachung zum Stillstand, bzw. bedingt bestenfalls andere Wahrheiten. Der Irrtum aber,  weil er keinen zureichenden Grund findet,  wird immer tiefer gesponnen, bis er schließlich die ganze Welt enthält. Ich kann mich des Verdachts nicht entschlagen, dass wir so viel von der Welt wissen, weil wir das Tier mit der Befähigung zu den tiefstgreifenden Irrtümern sind.</p>
<p><strong>Irrtum und Wahrheit (2):</strong> Je tiefer man irrt, desto wahrer lebt man. /und umgekehrt / Je wahrer man lebt, desto tiefer irrt man.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/373/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=373&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2012/01/06/sinnspruche-und-splitter-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Arbeit, Staat und Freiheit. Kleine Systematik.  (Zweiter Teil, Draft.)</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/10/16/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-zweiter-teil-draft/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/10/16/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-zweiter-teil-draft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 16:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Welterklärungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=356</guid>
		<description><![CDATA[F O R T S E T Z U N G: S T A A T,  F U N K &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/10/16/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-zweiter-teil-draft/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=356&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>F O R T S E T Z U N G: S T A A T,  F U N K T I O N A L I S M U S   &amp;   T E L O S</strong></p>
<p>(41) Zweiter Gesang, erste Strophe.</p>
<p>(41a) Gesang ist die natürliche Form, das dicht Gedrängte dem Redundanten zu verbinden. Redundanz ist nicht nur die Mutter des Lernens und der Langeweile; sie macht auch die Welt überhaupt erst erkennbar und die Gesellschaft durchführbar. Redundanz liegt jedem System zugrunde, auch dem der Sprache; andernfalls zerfiele sie in einzelne Wörter, die keine Möglichkeit wechselseitiger Bezugnahme hätten. Redundant im Sinne einer bloßen Entfaltung des oben Gesagten ist auch alles hiernach Folgende.</p>
<p>(42) Ebenfalls redundant ist die Staatenbildung. Der Staat wurde von der Natur schon mehrfach erprobt, bevor die Menschen ihn neu erfanden. Meta-Arbeit ist etwas, das uns in der Natur auf mehreren Stufen begegnet.</p>
<p>(42) Wenn nicht den ersten, so zumindest den bedeutsamsten Staatsversuch unternahm die Natur beim Übergang vom Einzeller zum Vielzeller.</p>
<p>(43) Dieser Übergang ist mehrmals erfolgt; es gab ihn bei den Pflanzen, bei den Tieren und bei den rätselhaften Wesen dazwischen. Auch die Bakterien vollzogen ihn. Allerdings scheint bei den Zellkernlosen die erste Form innerartlicher Vergesellschaftung nie über ein primitives Stadium, den häßlich so getauften „Biofilm“, hinaus geführt zu haben. Wir wollen die Einzelheiten dieses Übergangs, gleichwohl er die womöglich spannendsten Fragen der Lebenswissenschaften berührt, nicht untersuchen. Wir konzentrieren uns allein auf das erste Auftreten des Staates.</p>
<p><span id="more-356"></span></p>
<p>(44) Am Anfang war der Zusammenschluß der bis dato autonomen Zellen fakultativ. Jedes Individuum war in der Lage alle Lebenstätigkeiten allein durchzuführen. Langsam, und aus Gründen, die wir unerörtet lassen, bildete sich die Fähigkeit heraus, im Verbund spezialisierte Tätigkeiten zu übernehmen. Dieses Vermögen wurde nur betätigt, wenn eine kritische Menge einzelner Individuen auf hinreichend engem Raum zusammentrat. Dann konnte ein Individuum im Prinzip jede Verbund-Aufgabe übernehmen. Deren Spezifikation ergab sich oft nur aus der zufälligen Lage und Einbindung in die Gemeinschaft. Die Dissoziation dieses Verbundes in die Einzelwesen, aus denen er besteht, stellte deren ursprüngliche Universalität wieder her. Die innerartliche wechselseitige Abhängigkeit von der Tätigkeit anderer Individuen war, ersehen wir, am Angang noch reversibel; Gesellschaft mithin nur ein Entwurf, eine Möglichkeit. Selbstrealisation einer Art konnte innerhalb oder ausserhalb der Gesellschaft statt haben. Faszinierende Schizophrenie!</p>
<p>(45) Man erkennt mühelos wieder, was wir unter Arbeit verstehen, d.i. innerartliche Symbiose. Zu den Spezialfunktionen, welche Individuen im Verbund übernehmen können, gehören die Herstellung eines Innen und Aussen, d.i. Inidviduen am Rand des Verbundes verrichten andere Arbeit, als solche im Innern. Sie stellen beispielsweise Schleim, Haftstoffe und Gifte her, um den Verbund nach aussen zu schützen. Gleichzeitig erhöhen sich im Innern des  Verbundes die Möglichkeiten, Gene auszutauschen und also in der Evolution zu bestehen.</p>
<p>(45a) Mit anderen Worten, der innerartliche Zusammenschluß von Individuen schuf zwei Freiheiten: Erstens, die von der Notwendigkeit, alle lebenserhaltenen Tätigkeiten autonom ausführen zu müssen. Und zweitens, die Freiheit gesteigerter Unabhängigkeit von der äusseren Natur, selbstredend um den Preis gesteigerter Abhängigkeit von seinesgleichen.</p>
<p>(46i) Soweit zur Herausbildung der ersten ökonomischen Nischen. Voraussetzung war die Möglichkeit der Individuen, Handel zu treiben.</p>
<p>(46a) Nebenrangige Gedankenflucht: Wie sehr ist die Doppelbedeutung des Verbums „handeln“ ein etymologischer Zufall? Einesteils meint es ja den Austausch Dingen; andererseits meint es das Gegenteil von verharren, meint jedwedes Tätigsein überhaupt. Welche der beiden Bedeutungen war die ursprüngliche? Weshalb gibt es keine eigenen Vokabeln für beides?</p>
<p>(46ii) Gehandelt wurde zunächst in Naturalien, die sowohl nach Quantität als auch Qualität ganz arbiträr ausgetauscht wurden. Einweisse gegen Zucker, Hormone gegen Toxine. Der Unterschied zum herkömmlichen Stoffwechsel: Anstatt körperfremde Stoffe aus der Natur zu beziehen, stammen sie von Artgenossen her. Auch Tätigkeit und Verhalten ist handelbar. Beschleunigte Anpassung und Erbgutverbesserung zum Beispiel gegen Aufopferung und Harakiri.</p>
<p>(47) Handel ist innerartlicher Stoffwechsel.</p>
<p>(48) Wenn Arbeit Aufteilung des Stoffwechsels unter den Individuen bedeutet, ist Handel ihr innerer Mechanismus. Die Möglichkeit zum Handel bedingt die Möglichkeit zur Arbeit. Es folgt unmittelbar, dass der Handel selbst, wiewohl zunächst Voraussetzung für das Entstehen von Arbeit,  zur Arbeit sich befestigen kann.</p>
<p>(49) Der Übergang vom Ein- zum Vielzeller war, wie wir sehen, die Entstehung der Arbeit überhaupt. Ist mit ihr auch der Staat entstanden? Fast.</p>
<p>(50) Der Staat, war gesagt, ist Meta-Arbeit; er ist jene ökonomische Nische, deren Hauptnutzen die Gewährleistung des Fortbestands aller anderen ökonomischen Nischen ist. Sein Maß ist die jeweils statt habende Ordnung. Ordnung meint das Netzwerk aller ökonomischen Nischen. Der Staat bekämpft jede Störung dieser Ordnung. Sie ist der Normalzustand, nach dessen Erhalt er strebt.</p>
<p>(51) Nichts ist so verletzlich, wie die Ordnung.</p>
<p>(52) Daraus folgt, daß der Staat als Ausdruck einer neuen individuellen Freiheit ins Leben trat: Der Freiheit nämlich, die bestehende Ordnung z u   v e r l e t z e n. Nur wenn sich die mögliche Struktur der ökonomischen Nischen &#8211; d.i. ihre Sorten, ihre Anzahl und die Art und Weise, mit der sie in Bezug zueinander stehen &#8211; nur wenn sich diese Ordnung ändern läßt, ohne, daß der Zusammenschluß der Individuen gleich ganz zerfällt, kann der Staat sich bilden. Dann macht er sich nötig.</p>
<p>(52a) Die Möglichkeit der Änderung ökonomischer Nischen ist eine neuartige Freiheit, die weder das vollkommen autonome Individuum kennen kann, noch die Zahnräder einer Maschine, deren Funktion auf alle Zeit festgelegt ist. Staat entsteht als Vermittlung von Individuum und Maschine.</p>
<p>(52b) Die Möglichkeit der Änderung geht einher mit der Notwendigkeit zur Befestigung. Der Staat ist als Ausdruck von Freiheit entstanden. Ein idealer Staat vermittelt den Widerspruch zwischen Veränderung und Beharren; zwischen Bewegung und Stillstand.</p>
<p>(53) Die ersten Staaten, mithin, waren Vorläufer dessen, was wir heute Immunsystem nennen. Es ist die Funktion des Immunsystems, die bestehende Ordnung des Organismus zu stabilisieren. Äussere Störungen werden ebenso bekämpft, wie innere Abweichungen; Krebszellen ebenso wie Bakterien.</p>
<p>(53a) Das Immunsystem ist, in Zeiträumen der Evolution betrachtet, nicht starr. Es wandelt sich. Es gilt eher als anpassungsfähiger Teil von Organismen und Arten. Dennoch ist es zu jedem konkreten Zeitpunkt in seinen Grundausprägungen festgelegt.</p>
<p>(53b) Die vom Menschenstaat bekannte Dreiteilung in Legislative, Judikative und Exektutive ist im Immunsystem bereits angelegt, ihre Trennung aber nur im Ansatz vollzogen. Die Legislative liegt als Art der Erkennungsmechanismen vor, mit denen das Immunsystem „normal“ von „abnorm“ unterscheidet; die Judikative beinhaltet die Signalketten, mittels welcher die erkannte Abweichung von der Normalität weitergeleitet und in eine Aktion verwandelt wird und die Exekutive beinhalten all jene Aktionen/Akteure, mit denen der Organismus anschliessend versucht, die Normalität wieder herzustellen.</p>
<p>(54) Es ist augenfällig, daß der Staat nicht zwangsläufig mit Privilegien einher geht. Die Vorstellung vom Staat als Hierarchie, als Ordnung von Herrschern und Beherrschten, ist dürftig und beschränkt. Sie ignoriert, daß der Staat selbst eine ökonomische Nische ist. Sie vergißt, daß er Arbeit ist.</p>
<p>(55) Wollte man über den Staat als Immunsystem m o r a l i s c h   urteilen, so fiele zu seinen Gunsten in die Waagschale, daß er sich selbst mit eben der selben Strenge überwacht, wie alle anderen ökonomischen Nischen; wild gewordene Immunzellen werden ebenso vor sein Tribunal gezerrt, wie wild gewordene somatische Zellen. Gegen ihn spräche nach heutigen, mitteleuropäischen Maßstäben seine übermäßige Erbarmungslosigkeit und seine unterentwickelte Fähigkeit zur Abstufung. Seine Gerechtigkeit ist so absolut, dass sie uns ungerecht vorkommt. Weil es keine Nuance gibt, kann es keine Verhältnismässigkeit geben. Der erste Staat kennt nur Verbannung und Todesstrafe. Die Mitarbeiter der Exekutive arbeiten in der Manier japanischer Kamikaze-Flieger oder arabischer Selbstmordattentäter. Das Wort „exekutieren“ hatte noch nicht die Bedeutungsvielfalt des heutigen „ausführen“ erlangt. Es waren so gestrenge wie überaus ehrliche Zeiten.</p>
<p>(56) Diese Ausführungen sind k e i n e  Analogiebetrachtungen! Sie zeigen eine historische Linie auf. Sie beschreiben die naturhistorische E n t w i c k l u n g  bestimmter Konzepte, in die sich die Gesellschaftsphänomene „Arbeit“, „Staat“ und „Freiheit“ ordnen lassen. In (61) gebe ich einen Beweis.</p>
<p>(57) Ich stelle mich also, und bewusst, in die Reihe der Naturphilosophen. Es gibt, dies angelegentlich bemerkt, nur drei Arten von Philosophen: Offenbarungsphilosophen, Künstlerphilosophen und Naturphilosophen. Offenbarungsphilosophen lehren aufgrund ihrer Teilhabe an einer unmittelbar gegebenen Wahrheit. Künstlerphilosophen lehren, was sie ihren Gemütsregungen an universeller Gültigkeit beimessen. Naturphilosophen lehren ein Jegliches als ein Gewordenes. Jeder ausgereifte Philosoph faltet diese Dreiheit in sich ein; jeder trägt sich auf eine ihm gemäße Weise in dieses dreiachsige Koordninatensystem ein.</p>
<p><strong><em>Funktionalismus</em></strong></p>
<p>(58) Ich denke den Staat funktionalistisch, d.i. von den Tätigkeiten her. Zwecke und Methoden aus unserer Vorrede, da sind sie wieder. Sie setze ich an die Stelle des Wesens eines Staates.</p>
<p>(59) Das Gegenstück ist der idealistische Staat. Der Staat Hobbes, der Staat Fichtes, der Staat Hegels. Und, wiewohl ihmselbst es anders vorkam, der Staat Marxens. Der idealistische Staat ist immer vom Individuum her gedacht. Er ist die natürliche, primordiale Staatsphilosophie. Jeder Mensch geht zuerst von sich aus.</p>
<p>(60) Funktionalismus ist eine Erklärungspraxis und eine Bedeutungstheorie. Sie bestimmt die Dinge durch Angabe von Zwecken, denen sie dienen. Dadurch, dass Dinge eine Funktion ausüben, realisieren sie sich selbst.</p>
<p>(61) Radikaler Funktionalismus heisst: Kein Ding ohne Funktion; keine Funktion ohne Dinge. Wir sind verleitet, dieser Philosophie umstandslos Glauben zu schenken. Sie leuchtet unmittelbar ein. Die Gefahr ist groß, sie ins ontologische aufzublasen: Ein Ding, hiesse das, existiert qua seiner Funktion; Dinge ohne Funktion existierten nicht. Man begibt sich in äusserst schwierige Denkgefilde. Wir machen an diese Schwelle Halt. Um den Funktionalismus zu begründen, würden wir nicht weniger als eine ganze Philosophie des Lebens benötigen. Wir können das hier nur begründen; ausführen müssen wir diese Philosophie an anderem Ort, zu anderer Zeit.</p>
<p>(61a) Bis heute ist der Funktionalismus die vorherrschende Erklärungspraxis in der Biologie. Ein Organ oder ein Gewebe wird stets durch Angabe seiner Funktion spezifiziert. Kein Merkmal, kein Verhalten, das nicht erst im Lichte seines evolutionären Zweckes seinen Sinn, ja, sein Vorhandensein überhaupt erwiese. Das zieht sich kurioserweise bis auf die molekulare Ebene der Eiweisse. Kurios, weil wir Moleküle als geradezu archetypisch für das besinnungslose vor-sich-hin-Webern der Natur ansehen (Morgenstern: „Laß die Moleküle rasen!“). Es hängt eben alles vom Zusammenhang ab. Eiweisse, Nukleinsäuren, zelluläre Mikrostrukturen: All das scheint nur begreiflich, wenn wir den Dingen Funktionen und Zwecke innerhalb des organismischen Geschehens, innerhalb des großen Ganzen letztlich, das Hegel zufolge die Wahrheit ist, zuweisen.</p>
<p>(61b) Das ist kategorial verschieden von den Erklärungspraxen in anderen Naturwissenschaften. Ein geworfener Stein mag eine Parabelform beschreiben, aber er tut es ohne Zweck. Elemente mögen sich zu chemischen Substanzen verbinden, aber sie erfüllen, indem sie es tun, keine Funktion innerhalb des Weltenganzen. Was die Welt im Innersten zusammen hält, ist Gegenstand von Entdeckungen; nicht von Erklärungen und tieferem Sinn. Die Welt ist wie sie ist, weil sie so ist. Der naturwissenschaftlichen Welt, mit Ausnahme der Biologie, ist das Telos ausgetrieben worden.</p>
<p>(61c) Warum nicht der?</p>
<p>(61d) Man hat es versucht. Die Biologie ist ja tatsächlich weniger teleologisch, als sie einst war. Die Idee, jede Lebensäusserung als Streben nach einem antizipierten End- oder Idealzustand zu verstehen, wird nur noch selten vertreten. Was indes nicht gelang, ist die Tilgung des Zweckes aus den Lebensprozessen. Es kann, meine ich, nicht gelingen, so lange wir einen Unterschied zwischen belebter und unbelebter Materie machen wollen.</p>
<p>(61e) Die Entstehung des Lebens ist die Entstehung des Zweckes.</p>
<p>(61f) Leben ist eine basale kategoriale Bestimmung. Die Frage, was es sei, muss so unbeantwortet bleiben, wie die nach jeder anderen basalen kategorialen Bestimmung. Es gibt jedoch veritable Annäherungen und Explikationen von Aristoteles bis Erwin Schrödinger. Hier ist kein Raum für deren Erörterung. Raum ist allein für die genaue Angabe des katogerial Neuen, welches das Leben den Kategorien des Unbelebten hinzufügt: Es ist der Zweck, es ist die Funktion.</p>
<p>(61g) Ich verwende die Vokabeln „Zweck“ und „Funktion“ weitgehend synonym. Wenn ich einen Unterschied mache, dann den, dass Funktion realisierten Zweck meint, während Zweck potentielle Funktion bedeutet.</p>
<p>(61h) Es spielt keine Rolle, ob Zweck oder Funktion „tatsächlich“ existieren. Kant hat viel darüber nachgedacht. Ich behaupte, der Zweck existiert genauso gut wie jedes andere Ursache/Wirkungs-Verhältnis, dessen „tatsächliches“ Vorhandensein, wie seit Hume bekannt, genauso wenig bewiesen werden kann. Funktion ist, mit anderen Worten, ein spezifisch biologisches Ursache/Wirkungs-Verhältnis.</p>
<p>(61h) Zweck und Funktion spielen folglich in jeder Theorie, die mit Lebendigem sich befasst, eine entscheidende begründende Rolle.</p>
<p>(62) Da nun wollten wir hin. Zum Staat als Lebensäusserung und also als Funktion. Nun ist die Behauptung aus (56), ich gäbe eine naturhistorische Entstehung des Staats-Konzeptes, gerechtfertigt. q.e.d</p>
<p><strong><em>Herrschaft, Recht &amp; Freiheit</em></strong></p>
<p>(63) Die funktionalistische Beschreibung des Staates benötigt, wie wir sehen, keines Konzeptes von Herrschaft oder Recht oder Freiheit als erste oder basale Prinzipien. Im Unterschied zu idealistischen Staatsauffassungen  erscheinen diese Gegenstände als nachgeordnet, als sich ableitend. Ich empfinde das als einen großartigen Vorteil, den der Funktionalismus vor dem Idealismus hat. Weil er den Gebrauch dieser emotional stark belegten und übermäßig politisierten Begriffe einschränkt, ist er klarer.</p>
<p>(64) Im Funktionalismus bestimmt sich die Beziehung zwischen Staat und Freiheit/Herrschaft/Recht nicht als stark kausal. Die Beziehung ist eine zwischen einander bedingenden, wechselseitig sich eröffnenden Möglichkeiten.</p>
<p>(65) Herrschaft erscheint als Möglichkeit, eine bestimmte Ordnung herzustellen, bzw. zu erhalten. Macht ohne Herrschaft, zeigt uns das Beispiel des Immunsystems, ist jedoch prinzipiell möglich. Ob sie erstrebenswert oder durchführbar ist, steht dahin.</p>
<p>(66) Recht erscheint als Kodifizierung bestehender Verhältnisse, aka, einer bestehenden Ordnung. Es ist Ausdruck, nicht Ziel des Staates.</p>
<p>(67) Kommen wir zur Freiheit. Vorangehend habe ich, und nicht ohne Hintersinn, mehrfach von Freiheit als Bestehen von Möglichkeiten gesprochen. In (28b) als Möglichkeit zur Wahl der Betätigung. In (37a) als Möglichkeit zu verschiedenen Ordnungen der Gesellschaft. In (52) als Möglichkeit, die bestehende Ordnung zu verletzen. Kurz; Freiheit als allgemeine Möglichkeiten menschlicher und also gesellschaftlicher Bewegung. Darauf wollen wir sehen.</p>
<p>(68) Derart begriffen, springt dem Naturwissenschaftler sofort die Verwandtschaft zwischen Freiheit und Entropie ins Auge. Entropie bezeichnet in der statistischen Mechanik die Anzahl der Möglichkeiten, mit der ein bestimmter makroskopischer Zustand realisiert werden kann (hier: „Stand der Produktivkräfte“, Sorten ökonomischer Nischen, letzlich: eine bestimmte Ordnung).</p>
<p>(68a) Philosophischer gesprochen haben Freiheit und Entropie das miteinander gemein, das woher und wohin von Richtungen zu behandeln.</p>
<p>(68b) Die Frage ist so alt wie unbeantwortet, weshalb das Universum, anstatt den Wärmetod zu sterben und zu einer einheitlichen Suppe sich zu vermengen, ganz im Gegenteil, immer komplexere Formen hervor bringt? &#8211; die Sterne zum Beispiel, das Leben, den Menschen. Die Antwort lautet: Beiden auseinanderstrebenden Richtungen, Wärmetod und Leben, Komplexitäts-Abnahme und -Steigerung, liegt das selbe Prinzip zugrunde. Beides folgt aus der grundsätzlichen Tendenz alles Seienden, die Möglichkeiten seiner Realisierung zu steigern. Da kommt alle Richtung her.</p>
<p>(68c) Was heisst: „Möglichkeiten seiner Realisierung steigern“?</p>
<p>(68d) Für den Fall klassischer thermodynamischer Systeme ist die Sache weidlich bekannt: Die Moleküle eines Gases zum Beispiel werden sich in einem Behälter nicht auf eine Seite drängen; diese Verteilung böte ihnen weit weniger Möglichkeiten der Anordnung, als wenn sie das Behältnis ungefähr gleichverteilt erfüllten. Es bestehen, mit anderen Worten, mehr Möglichkeiten, den Zustand der Gleichverteilung, als den des auf-die-Seite-drängens zu realisieren.</p>
<p>(68e) Obiges Beispiel findet sich in jedem Lehrbuch der Thermodynamik. Das Konzept indes ist verallgemeinerbar. Jede spontane Bewegung &#8211; wir wollen einmal annehmen, dass sich das Universum aus sich selbst bewegt und keines äusseren Bewegers bedarf (den vom Universum zu trennen sowieso recht unplausibel schiene) &#8211; jede spontane Bewegung also erfolgt in Richtung sich erweiternder Möglichkeiten. Wenn wir dabei den Satz der beschreibenden Parameter konstant lassen &#8211; wie im Fall der klassischen thermodynamischen Systeme &#8211; können wir diese Richtung mit dem Konzept der Entropie beschreiben. Wenn hingegen die Möglichkeiten steigen, weil sich die A n z a h l der beschreibenden P a r a m e t e r   erhöht, können wir diese Richtung mit dem Konzept der Freiheit beschreiben. Deshalb ist üblich, die Anzahl der unabhängigen Parameter eines Systems „Freiheitsgrade“ zu heissen.</p>
<p>(68f) Leider finden wir uns wiederum genötigt, diejenigen Fragen zu übergehen, die nach den Mechanismen sich erkundigen, durch welche neue Parameter notwendig werden. Die Mechanismen also, durch die Freiheit entsteht. Wir mussten diese Ignoranz bereits bei Behandlung der Frage aufbieten, wieso die menschliche, im Gegensatz zur tierischen Arbeit sich ändert. Es ist die selbe Frage, nur in ihrer verallgemeinerten Form. Wie entsteht das katogerial Neue, wie kann sich die Anzahl der Freiheitsgrade erhöhen?</p>
<p>(68g) Engels hat sich sehr um eine kanonische Beantwortung dieser Frage bemüht. Ohne das genauer auszuführen, versetze ich hiergegen, dass es keine solche kanonische Antwort gibt. Jede neue Ebene der Komplexität findet ihren speziellen Flaschenhals, durch den, sobald er einmal gefunden ist, das Seiende sich ergiessen kann (und, wie wir nun wissen, auch ergiessen wird, wofern sich die Möglichkeiten seiner Realisierung dadurch erhöhen). Art und Lage dieses Flaschenhalses jedoch sind jeweils neu und anders. In der Tat widerspräche es unser Intuition von Freiheit, wenn sie nach einem einheitlichen Mechanismus/Prinzip sich ins Werk setzte. Freiheit steht vielmehr als Prinzip der Erweiterung dieser Prinzipien.</p>
<p>(68h) Es entstehen Stufenfolgen der Komplexizität. Die Hinzunahme neuer Parameter beschreibt die Herausbilung eines neuen Modus der Materie, mit sich in Beziehung zu treten. Jede neu gewonnene Freiheit ist eine andere Freiheit. Genau genommen müssen wir stets angeben, welche Freiheit wir meinen. Im Folgenden wollen wir zur gesellschaftlichen Freiheit zurück kehren.</p>
<p>(69) Anders als unsere Betrachtung zur Herausbildung des Staates, ist der Vergleich von Entropie und Freiheit nur eine Analogiebetrachtung und erhebt keinen Anspruch auf naturhistorische Richtigkeit. Wir wollten lediglich den Aspekt der Freiheit näher betrachten, Richtung, d.i. Irreversibiliät zu erzeugen. Von der Arbeit her, funktionalistisch also besehen, haben wir sogar einen Mechanimus: Es leitet sich das von der Entwicklung der Werkzeuges, von der Diversifizierung der Möglichkeiten ökonomischer Nischen also, her.  Es entsteht ebenfalls, wie wir später sehen werden, eine Hierarchie der Ordnungen.</p>
<p>(69a) Hegel, mit anderen Worten, hatte recht: Sich vergrößernde Freiheit bezeichnet den Richtungspfeil der Geschichte. Hier treffen sich funktionalistische und idealistische Staats- und Geschichtsauffassung. Der Unterschied ist, sie kommen aus entgegengesetzter Richtung. Hegel setzt die Freiheit als Prinzip gesellschaftlicher Bewegung; wir entdecken die Freiheit als etwas von der gesellschaftlichen Bewegung sich herzeugendes.</p>
<p>(69b) Hegel, weil er die qualitative Unterschiedlichkeit verschiedener Freiheiten noch nicht heraus hatte (cf. 68h), dachte innerhalb seines Systems folgerichtig. Denn auch der Funktionalist muss zugeben, dass Freiheit, begriffen als Entstehung neuer qualitativer Möglichkeiten, ein grundlegendes Prinzip ist, das sowohl die Entstehung der Planeten, als auch der Menschen und schliesslich der Gesellschaft zum Gegenstand hat. Aber, wir wissen nun, dass die dabei auftretenden Freiheiten verschieden sind; es treten neue Funktionen auf. Sie alle zu berücksichtigen hiesse jeden Anspruch auf Verständlichkeit fahren zu lassen. Wir konkretisieren die Freiheit, die wir meinen: Wir handeln, wo nicht anders vermerkt, ausschliesslich von der Freiheit, deren grundlegender Mechanismus die Entwicklung des Werkzeuges ist.</p>
<p>(70) Steigen wir zum Allgemeinen auf und fassen zusammen. Es ist nun sehr einfach: Freiheit im Funktionalismus bedeutet, dass die Möglichkeiten, einer Tätigkeit oder einem Ding eine Funktion zuzuordnen, sich mit der Zeit erhöhen. Es bedeutet umgekehrt, dass die Dinge und Tätigkeiten ihre Bedeutungsvielfalt steigern, weil sie in verschiedenen, sich tendenziell vermehrenden Funktionszusammenhängen auftauchen. Neue Dinge und Tätigkeitssorten entstehen und ermöglichen neue Ordnungen.</p>
<p>(71) Und wieder hinab zum Konkreten: Der Staat muss, solange es keine ordnungs-zerstörenden Möglichkeiten des Wechsels zwischen verschiedenen Anordnungen ökonomischer Nischen gibt, eher repressiv sein. Nimmt die Zahl der Nischen zu, gibt es einen Schwellwert, ab welchem der Staat eine Pflicht zur Permissivität hat, weil die Zahl der Möglichkeiten einfach durch die Änderung der Nischen-Anordnungen erhöht werden kann, ohne dass die Gesamtordnung zunächst davon bedroht wäre. Anders gesagt, das Nischen-Netzwerk kann, hinreichende Anzahl und Mannigfaltigkeit der Nischen vorausgesetzt, seine Topologie ändern. Ich datiere den Wechsel der Notwendigkeit eines repressiven zur Notwendigkeit eines permissiven Staates auf die Zeit um 1700. Es ist der Anbruch der Moderne; es ist, wie wir sehen werden, die Zeit, in der Merkantilismus und Warenform entstehen.</p>
<p>(72) Einstweilen beschäftigen wir uns noch mit dem Begriff der Freiheit. Wir haben ihn nämlich erst zur Häfte durch. Es bleibt die philosophische Preisfrage, wie Funktion &#8211; als spezifisch biologisches Ursache/Wirkungs-Verhältnis &#8211; und Freiheit miteinander zusammenhängen?</p>
<p>(73) Dazu müssen wir den Gegenpol der Freiheit, die Willkür, betrachten.</p>
<p>(73a) Offenbar meint das Wort „Willkür“ herkunftsgeschichtlich den frei erkorenen Willen. Ich habe keine Ahnung, wie dieser reinste Ausdruck von Freiheit sich in sein Bedeutungsgegenteil verkehren konnte. Ich weiss nur, dass der Witz gut ist.</p>
<p>(74) Freiheit, war gesagt, zielt auf die Steigerung von Möglichkeiten; Willkür, folglich, zielt auf deren Verminderung.</p>
<p>(75) Es gibt zwei Möglichkeiten zur Willkür: Zufall und Notwendigkeit. Beide vermindern die Anzahl der Möglichkeiten. Notwendigkeit steht hier für Alternativlosigkeit, Zwang, Determinismus. Determinismus und Freiheit sind schon immer als Gegensatz gehandelt worden. Dass nun der Zufall ebenso eine Kategorie der Willkür ist, ist ebenfalls mühelos einsichtig: Nichts liesse sich planen, wenn der Zufall regierte; mithin gäbe es keine Alternativen, zwischen denen sich abwägen liesse; mithin keine Freiheit.</p>
<p>(76) Wir begreifen nun, dass Funktion ein Ausdruck von Freiheit ist. Weder ein streng determiniertes System, noch ein rein zufälliges, stochastisches, könnte einen Zweck verfolgen, bzw. eine Funktion inne haben. Freiheit vermittelt zwischen Zufall und Notwendigkeit. In spezifisch biologischer Ausprägung tritt uns diese Vermittlung als Zweck (potentielle Möglichkeit) bzw. Funktion (realisierte Möglichkeit) entgegen.</p>
<p>(77) Freiheit vermittelt zwischen Zufall und Notwendigkeit. Der Satz verdiente eigentlich ordentliche Ausleuchtung. Wieder muss ich auf die noch zu entwickelnde Philosophie des Lebens verweisen. Hier nur, dass Zweck und Funktion stets auch von einem antizipierten &#8211; gewünschten oder zu meidenden &#8211; künftigen Zustand angeleitet werden. Deshalb verbleibt immer etwas Telos in den Lebenswissenschaften. Jedes Lebewesen, da es seine Zwecke hat, entwickelt Strategien, sie zu verfolgen.</p>
<p>(78) Überspitzt gesagt erscheint Freiheit in diesem Zusammenhang als jene Strategie, mit der man jeder Strategie entgehen kann. Egal, wie die Welt beschaffen ist; egal, wie sie sich ändert und was sie dem Leben für Überraschungen bereitet: Das Leben zeugt sich fort. Natürlich gibt es Grenzen für das Leben. Ich sage ja, es handelt sich um eine Überspitzung. Keine aber, die nicht ein wenig Erkenntnis für uns bereit hielte.</p>
<p>(79) Freiheit, spinnen wir das oben gesagte fort, ist nicht die Strategie eines bestimmten Lebewesens, sondern generell die Strategie des Lebens, weder ein determiniertes, noch ein zufälliges Verhalten zu erzeugen. Man findet diese Strategie sowohl auf dem Level der Evolution als auch auf dem des Individuums. Klar, dass Anpassung ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist. Ihr sind jedoch auch Auflehnung, Exploration und zufällige, unverursacht erscheinende Handlungen beigemischt.</p>
<p>(80) Wir endigen die zweite Strophe mit einem Refrain. Sehen wir an, was wir haben:</p>
<p>(80a) Handel ist innerartlicher Stoffwechsel.</p>
<p>(80b) Arbeit ist innerartliche Symbiose.</p>
<p>(80c) Drei Merkmale unterscheiden Arbeit von anderen Stoffwechselsorten: Widerzeugung, Wohlverteiltheit, Werkzeug.</p>
<p>(80d) Jede Arbeit schafft ihre ökonomische Nische. Das Netzwerk dieser Nischen bildet eine Ordnung.</p>
<p>(80d) Staat ist die Arbeit, die zum Erhalt der Ordnung aufgewandt wird. Er tritt ins Leben als Ausdruck der Freiheit, die bestehende Ordnung zu verletzen.</p>
<p>(80e) Recht ist Ausdruck dieser Ordnung.</p>
<p>(80f) Zweck und Funktion bezeichnen ein spezifisch biologisches Ursache/Wirkungs-Verhältnis.</p>
<p>(80g) Unsere Beschreibung des Staates geschieht aus dem Blickwinkel seiner Funktion.</p>
<p>(80h) Freiheit ist Ausdruck des allgemeines Bewegungsprinzips alles Seienden, die Möglichkeiten seiner Realisierung zu steigern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/356/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=356&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/10/16/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-zweiter-teil-draft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Zahlen, 2011</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/06/23/zahlen-2011/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/06/23/zahlen-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 05:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachdenklichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=347</guid>
		<description><![CDATA[Einer journalisierten Welt wird die Schmach eines lebensunfähigen Nachwuchses erspart sein (…) Nein, der Bankert aus Journalismus und Hysterie pflanzt &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/06/23/zahlen-2011/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=347&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Einer journalisierten Welt wird die Schmach eines lebensunfähigen Nachwuchses erspart sein (…) Nein, der Bankert aus Journalismus und Hysterie pflanzt sich nicht fort!  </em></p>
<p><em>(Karl Kraus, „Apokalypse“)</em></p>
<p>Der Worte sind genug gewechselt! Die Wechselstube, in der ihr Kurs täglichen Verfall erlitt, heißt öffentliche Meinung und ihre Notenpresse ist die Presse, die von der Not handelt. Das Gerücht, die Medien erfüllten einen Informationsauftrag, ist eine uralte, ranzige, von ihnen selbst verbreitete Lüge. Sie informierten nie und sie erfüllten nie einen Auftrag. Die Medien lieferten immer nur ein vereinheitlichtes Sozialisationsubstrat und darüber hinaus gar nichts.</p>
<p>Auf diesem Substrat gedeiht die öffentliche Meinung. Anhand ihrer Vokabeln setzen sich die Menschen zueinander ins Verhältnis. Ein gemeinsames Drittes, auf das sich ihre Begriffe beziehen könnten, existiert nicht. Deshalb ist die Mediensprache kein Code, der Informationen über die Welt vermittelt. Sie ist ein Auslöser von Reflexen. In der Regel sind es lustvolle Reflexe des gemeinschaftlichen Urteilens, des wechselseitigen Einvernehmens und des kollektiven Gruselns.</p>
<p>Auch das ist nicht mehr richtig. Selbst die Sache mit dem Sozialisationssubstrat ist durch. Die Bewegung war die Parabel von einem lokalen Substrat &#8211; Dorfklatsch &amp; Hoftratsch &#8211; zum globalen Substrat &#8211; Abendnachrichten &amp; Weltstars &#8211; zurück zum lokalen: Facebook &amp; global village. Die Rückkehr zum selbstgemachten Gerücht nahm den Medien alles was sie nie besassen. Ihre heutige Funktion beschränkt sich auf das Ausstossen von Entsetzens-, Jammer- und Warnlauten um das Herdenverhalten zu synchronisieren. Die höchste, kunstreichste Wirkung, die sie erstrebt, ist das Entfachen einer allgemeinen Hysterie.</p>
<p>Der Worte sind genug gewechselt. Das Wort zählt keinen Pfifferling. Buchstaben sind Gegenstand von Schriftdesignern. R.I.P. &#8211; rest in press, Sprache! Was bleibt? Wie liesse sich, ohne das entehrte Wort über allen Anstand zu quälen, noch Kenntnis von der Welt vermitteln?</p>
<p>— Zahlen! Zahlen sind die Worte der Stunde, Zahlen sind die Vokabeln dieser Zeit! Vor Zahlen graut es Journalisten. Zahlen eignen sich nicht zum Sozialisationssubstrat. Über sie geht nicht, Meinungen zu haben. Zahlen sind widerständig, subversiv, einfältig, groß, störrisch, klein. Zahlen ergründen keine Substanz, vermitteln keine Struktur, haben keine Schönheit und keinen Klang. Dennoch ist ihrer Schmucklosigkeit alles eingeformt; alles, wie die Welt den Monaden Leibnizens.</p>
<p>Zahlen haben die dunkle Zeit der Kirche beendet. Deren verwaiste Cathedra erklommen dann die Medien. Das Dunkelmännertum wurde durch die Druckerschwärze ersetzt. Zahlen jedoch werden auch die Presse entthronen. Was danach kommt, läßt sich nicht sagen. Zahlen sind Sprachlosigkeit. Sie stehen an der Sprache Ende und sie stehen an ihrem Anfang.</p>
<p>Ich mache einen Anfang, ich bringe Zahlen. Sehr wenige, sehr unkommentierte Zahlen aus dem Jahre 2011 n. Chr.</p>
<p><span id="more-347"></span></p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. leiden über eine Milliarde Menschen Hunger. Knapp 9 Millionen, die meisten von ihnen Kinder, werden daran sterben. Dies ist fast 250 Jahre nach der Erfindung der Dampfmaschine, ein Viertel Jahrtausend also, nachdem die Menschheit in die Lage kam, dem Hunger als Naturgewalt zu trotzen.</p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. gibt es über 200 Millionen Arbeitslose weltweit, von denen 3 Millionen in Deutschland leben. Man darf doch „leben“ sagen?</p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. sind über 15.000 Menschen in Japan an den Folgen eines Tsunamis gestorben; etwa 5000 wurden verletzt.</p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. wird es mindestens 4000 Verkehrstote allein in Deutschland geben, weltweit sind es weit über eine halbe Million. Nach wie vor übertrifft die Gefährlichkeit des Automobils die Gefährlichkeit fast aller anderen Maschinen und Technologien.</p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. finden 33 bewaffnete Auseinandersetzungen, vulgo Kriege statt. Die meisten von ihnen sind innerstaatlich und köcheln auf kleiner Flamme. Die Zahl ihrer Opfer wird dennoch in die Zehntausende gehen.</p>
<p>Im Jahr 2011 n. Chr. läßt sich die Weltwirtschaft schon im vierten Jahr mit weltweit rund 2000 Milliarden US $ stützen. Dieses Geld stammt aus allgemein erhobenen Steuern. In Deutschland allein beläuft sich die Summe aus Finanzmarktstabilisierungsgesetz und den Konjunkturpaketen I und II auf 464 Milliarden Euro. Derweil sind die Kommunen auf Jahrzehnte verschuldet; die Sozialwirtschaft wird aufs Absehbare, wie im Sozialismus selig, Mangelverwaltung bleiben.</p>
<p>&#8211; Soweit erste Zahlen. Ihre Auswahl ist erratisch. Es gäbe noch viele andere Zahlen. Über das Gesundheitssystem zum Beispiel, über die Rentenentwicklung, über die Verteilung der Reichtümer, über Waffen- und Menschenhandel, über Kindersoldaten, über verhängte &amp; vollzogene Todesstrafen usw. usf.</p>
<p>Aber, verehrter Leser, haben Sie nicht bereits durch diese wenigen Zahlen eine ganz ausserordentliche Erholung erfahren? Ist es nicht wunderbar gemütslindernd, solch einfache, starke Zeichen nur anzuschauen? Denn das deutsche Gemüt im Jahr 2011 n. Chr. bedarf ganz dringend der Linderung. Die Mediensprache nämlich, und keine andere, als die, von der eingangs die Rede ging, hat es in einen chronisch entzündlichen Zustand versetzt:</p>
<p>2011 ist das Jahr, in dem sich fast 100.000 Deutsche in spontanen Demonstrationen und Petitionen organisieren, weil ihr Verteidigungsminister sich seinen akademischen Doktortitel erschwindelt hat. Das hat das deutsche Gemüt über die Maßen ergrimmt. Wie milde dagegen war es gestimmt, als derselbe Minister ein paar hundert &#8211; oder tausend? &#8211; Soldaten zu einigen der besagten 33 Kriege abkommandierte!</p>
<p>2011 ist das Jahr, in dem die Deutschen ihre Regierung zum Ausstieg aus der Atomkraft zwingen, weil in Japan ein atomares Kraftwerk havariert ist. Die Katastrophe war eine Folge des oben erwähnten Tsunamis. Den Tsunami mit seinen 15000 Toten konnte man eben noch verkraften. Er ging ja aufs Konto der Natur. 30 verstrahlte Arbeiter des havarierten Kraftwerkes aber überstiegen das Maß des Erträglichen. Verständlich, denn sie gingen aufs Konto der Atomlobby. Im Jahre 2011 n. Chr. hält es der Deutsche für gottlos, im mindesten aber unsittlich und vermessen, die Natur beherrschen zu wollen. Ausgesöhnt mit dem Tsunami leben, das ist sein Trachten.</p>
<p>2011 ist das Jahr, in dem die Deutschen einen guten Monat lang den Atem anhalten, weil eine Durchfallerkrankung grassiert und 37 Tote fordert. Der Verdacht fällt auf verschiedenes Gemüse. Von der spanischen Gurke springt er auf die norddeutsche Tomate. Als schliesslich die Schuldfrage geklärt werden kann &#8211; die niedersächsischen Sprosse wars! &#8211; geht große Erleichterung durchs Land. Erwartungsfroh blickt man in den anbrechenden Sommer.</p>
<p>Gewiss überschauen Sie längst, verehrter Leser, was es mit den Zahlen auf sich hat. Nichts ist natürlicher und Zahlen stärker eingeboren, als sich zueinander ins Verhältnis zu setzen. Ich muß reinweg gar nichts dazu tun. Sie tun es ganz von selbst. Man erkennt das Muster. Man erkennt sich selbst.</p>
<p>Sie mögen nun in einem Anflug von Enttäuschung einwenden, die Zahlen seien wohlbekannt und ihre wiederholte Nennung ein hohles Betroffenheitsritual. &#8212; Sehen Sie, genau das ist es! Wie kann man sich an diese Zahlen gewöhnen? Warum bleibt das Wissen um diese Zahlen so folgenlos? Verdient denn Wissen, das keinen Willen mehr gebiert, geschweige denn handlungsrelvant wird, überhaupt seinen Namen? Ist es nicht das deutliche Anzeichen einer veritablen Wahrnehmungsstörung, daß wir &#8211; sogar in Kenntnis der krassesten Mißverhältnisse! &#8211; unsere Erregung an Gegenstände verschwenden, die ganz und gar unwürdig und nebensächlich sind?  Der Einwand nämlich wird zum Symptom. Die Krankheit heißt Maßlosigkeit. Das Erlahmen vor den Zahlen zeigt den Verlust der gesunden Maßkunst an. Intelligenz ist das Vermögen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Nie war dieses Vermögen dringender benötigt als im Jahr 2011 n. Chr. Nie war es stärker abhanden.</p>
<p>Es kann sein, daß die gebrachten Zahlen nicht aufs Komma stimmen. Zehn, zwanzig Prozent Abweichung gebe ich gern zu. Es kommt auf die Größenordnungen an. Unsere Zeit handelt an ihren Aufgaben vorbei. Denn einer Zeit, der der Sinn für Größenordnungen fehlt, der muß auch jede Ordnung fehlen und jede Größe.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/347/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=347&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/06/23/zahlen-2011/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ein Video zum Thema &#8222;Staatabschaffen aufgrund von Befindlichkeiten&#8220;</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/05/01/ein-video-zum-thema-staatsabschaffen-aufgrund-von-befindlichkeiten/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/05/01/ein-video-zum-thema-staatsabschaffen-aufgrund-von-befindlichkeiten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 May 2011 14:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mit fremden Federn]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenklichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=334</guid>
		<description><![CDATA[Ich rüste auf, ich werde modern. Damit mir der Zeitgeist nicht völlig einschnappt, weil ich ihn zugunsten des Weltgeistes vernachlässige, &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/05/01/ein-video-zum-thema-staatsabschaffen-aufgrund-von-befindlichkeiten/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=334&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich rüste auf, ich werde modern. Damit mir der Zeitgeist nicht völlig einschnappt, weil ich ihn zugunsten des Weltgeistes vernachlässige, habe ich ein Video gemacht und bei DeineRöhre hochgeladen. Exakt am ersten Mai. Wenn das keine Punktlandung ist!</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/05/01/ein-video-zum-thema-staatsabschaffen-aufgrund-von-befindlichkeiten/"><img src="http://img.youtube.com/vi/HLJUNsJTmiU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>PS: Obwohl es ganz sicher zu den sieben Todsünden zählt, einen Witz zu erklären, hat das Video so viel Befremden hervor gerufen, daß ich mich genötigt finde, zu sündigen. (So ergibt man sich stets ins Laster: Unter Klagen &amp; Protest!) Nun ist es ein alter Streit, ob Rockmusik oder Schlager, wie etwa Pankows olle Gabi-Kamelle überhaupt einen Grund für Ironie und Feinsinn abgeben könnten.</p>
<p><span id="more-334"></span>Zunächst einmal weiß ich aus erster Hand, daß Pankow &#8211; d.i. Herzberg, Ehle &amp; Kirchmann, als kreativer Kern &#8211; selbst empfunden haben, keine simple U- oder Stimmungskunst zu machen, sondern daß sie mit einem Auge stets auf die hohe Kunst schielten. Aber gut, das haben die meisten Künstler, deren Werke dann als profan galten. Ich sage mal: Karl May. Immerhin, Pankow hat stets, wie es heute heißt: Subtexte transportiert. Es fing beim Bandnamen und den frühen Rockopern an, und ging auch später in den Texten (&#8222;Langeweile&#8220;, &#8222;Straßenlärm&#8220;) und der Bühnenshow weiter. Ich bin wahrlich keine Spezialistin in diesen Dingen, aber soviel ist mir bekannt, daß es in der DDR zum guten Ton gehörte, politische Befindlichkeiten zu einer Haltung zu stilisieren und meist war sie auf eine kratzbürstige, kindische Weise staatskritsch.</p>
<p>Das war ein selbsterhaltendes System, denn der Staat verhielt sich ganz wie das benötigte Gegenstück zu derartigen Attitüden: Er liess sich provozieren, nahm den Künstlern ihre Pappe weg oder gängelte sie in anderer Weise. So rieb man sich aneinander. Other than that war das Ganze aber ein irgendwie funktionierendes Biotop. Man tingelte Jahr für Jahr durch die selben Kreiskulturhäuser, fand Begeisterung bei denen, die die Bedeutung jener Subtexte und Gesten verstanden und war, wennzwar im Kleinen unangepasst, im Großen und Ganzen doch zufrieden beim Spiel mit dem Feuer.</p>
<p>Nun ist die erzromantische Geste der Revolte immer schon die Seele des Rock n Roll gewesen. Er lotet Grenzen aus, ohne sie verstehen zu wollen; die Grenze ist ihm kein Gegenstand der Gestaltung sondern etwas Widerständiges, also ein Gegenstand des sich-selbst-Spürens. In dem Sinn ist er lockend, amüsant, nützlich, provokant und trivial &#8211; und all das zur selben Zeit.</p>
<p>(Wenn, im Übrigen, zu Guttenberg ein AC/DC-T-Shirt trägt, ist das der Beweis, daß es kein Rock n Roll mehr ist. Woran erkenntlich wird, daß Rock n Roll immer nur zu einer bestimmten Epoche Rock n Roll sein kann. Danach wird das selbe Stück Musik entweder profan oder große Kunst oder beides. Rezeptionsästhetik, anyone?)</p>
<p>Soweit vom Allgemeinen. Komme ich zu der &#8222;Wundersamen Geschichte von Gabi&#8220;. Der Text läßt ohne Zweifel mehrere Lesarten zu; die einfachste ist die Befindlichkeits- und Millieuschilderung eines Mädels aus irgendeinem schlimmen DDR-Kaff. Zweitens dann treten sexuelle Anspielungen und Phantasien hinzu. Drittens schliesslich, und hier wird es Rock n Roll, gibt es Textzeilen über Insubordination (&#8222;Vater steckt sie die Zunge raus&#8220; etc.) und vor allem von Grenzüberschreitung (&#8222;Als der Globus endlich rollte und sie flog, wohin sie wollte&#8220;). Ob intendiert oder nicht &#8211; wer weiss das schon genau zu sagen &#8211; &#8222;Sie fliegt!&#8220; wurde zur deutlichen Anspielung auf das Reiseverbot in der DDR oder zumindest als solche verstanden. Natürlich ging der Schlüssel zur Dechiffrierung solcher Botschaften nach dem Ende der DDR verloren und das Lied schrumpfte auf seine erste, maximal noch zweite Bedeutungsebene zusammen.</p>
<p>Hier setzt nun meine Hirn&amp;Gurke-Exhumierung des langsam vor sich hin wesenden Liedgutes ein. Das Video soll dem Lied wieder eine dritte, eine politische Bedeutungsebene andichten. Ob&#8217;s gelungen ist, steht in einem anderen Blog, aber um welche Bedeutung es sich handelt, steht hier: Ich nehme also Gabis Befindlichkeiten und symbolisiere sie bildlich &#8211; den Anspielungen des Textes und einer alten Freude an der Vokalisation des Wortes folgend &#8211; als Gurke.</p>
<p>Natürlich kam mir das Titanic-Cover bei dieser Umsetzung sehr zupass. Hier wächst, besser gesagt: wuchert nun zusammen, was tatsächlich zusammen gehört. Der Rock n Roll als Geste der Revolte, die Unzufriedenheit und das Gefühl des Gegängelt- und Zurück-gesetzt-seins, dessen Ursache beim &#8222;Vater&#8220;, beim &#8222;kleinen Gitterfenster&#8220;, in der &#8222;Kleinheit von Blankerode&#8220; etc. &#8211; nur mit Sicherheit nie in sich selbst &#8211; gesucht und stante pede gefunden wird. Man kann es so sagen: Rock n Roll ist immer auch Schuldzuweisung für das eigene Unvermögen, einen Sinn in die Welt zu bringen. Aber es ist, wenn er gut ist, wenn er echt ist, auch immer ein bisschen mehr, nicht allein die Schuldzuweisung, sondern auch das Spiel mit ihr, der kleine ironische Abstand.</p>
<p>Nun ist die implizite Behauptung des Videos, die DDR wäre aufgrund von Befindlichkeiten der in ihr lebenden Menschen zugrunde gegangen, historisch unwahr. Historisch hat die ehemalige Sowjetunion den Sozialismus aufgegeben und die Wiedervereinigung war ein Teil dieses Prozesses. Neben der einleuchtenden Überlegung, daß die DDR ohne Einwilligung Moskaus niemals kampflos an &#8222;den Westen&#8220; gefallen wäre, gibt es unterdessen genügend Material, das diese Sicht der Dinge zur Unumstößlichkeit belegt.</p>
<p>Dennoch gibt es ein Selbstverständnis unter ehemaligen DDR-Bürgern, die sich entweder an den 89er Revolten beteiligt hatten oder vorher schon uneinverstanden mit ihrem Staat waren, sie hätten die DDR abgeschafft. Auf diese Einbildung zielt das Video; es beansprucht mithin keine historische Richtigkeit, sondern eine kulturkritische. Es beabsichtigt Reibung am Selbstverständnis der eingebildeten DDR-Abschaffer. Und dadurch, man staune!, durch diese Provokation des Zeitgeistes wird es wieder zu einer Art Rock n Roll.</p>
<p>Bis hier ging es um Text und Bilder. Es gibt ja noch die Musik. Auch mit der hat es seine passende Bewandnis. Die Ehle-Komposition basiert, um den Sachverhalt wohlwollend auszudrücken, auf dem alten Stones-Riff von &#8222;Gimme Shelter&#8220;. Ehle hielt sich sowieso für den Keef des Ostens, zumindest in seiner Rolle als Pankow-Gitarrist. Nun sind die Stones eben der Prototyp der Rock n Roll-Combo, die Revoltenmusik macht, ohne tatsächlich irgendeine gesellschaftliche Veränderung zu wünschen. &#8222;Street fighting man&#8220;, &#8222;Jumpin Jack Flash&#8220; sind so Titel. Sie sind der Soundtrack einer ganzen Generation von Umstürzlern, die in Wirklichkeit große Angst vor dem Umstürzen empfanden. Stones-hören war sozusagen die Ersatzhandlung für das tatsächliche Umstürzen; die Handlung, die man verrichtete, um das echte Umstürzen nicht erledigen zu müssen.</p>
<p>Das Gute war, es hat einem ja auch fast so viel Ärger eingehandelt, als würde man tatsächlich etwas umstürzen. Vom Umstürzen konnte aber nie die Rede sein, wohin hätte man denn Stürzen sollen?! Es gab doch überhaupt keine Ideen, die praktisch durchführbar waren. Es waren, mit anderen Worten, nur Befindlichkeiten. Scheinbar ist es stets die Gurke, die das Hirn bezwingt.</p>
<p>Ein Freund von mir, auf den ich große Stücke halte, hat einmal gesagt, er könne sich bei der Wahl des schönsten deutschen Wortes nicht so recht zwischen Hirn und Gurke entscheiden. Ich falle ihm da uneingeschränkt bei. Es ist ein alter Kampf zwischen Hirn und Gurke und in Wirklichkeit ist er nach wie vor unentschieden. Man kann sagen, er hat mythologische Ausmasse. Aus Göttersicht ist nicht leicht zu entscheiden, welcher Seite man den Sieg wünschen soll, weswegen es immer Götter der Gurke und Götter des Hirns gab. Und den mit wechselndem Geschick geführten Kampf zwischen ihnen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/334/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=334&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/05/01/ein-video-zum-thema-staatsabschaffen-aufgrund-von-befindlichkeiten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Arbeit, Staat und Freiheit. Kleine Systematik.  (Erster Teil, Draft.)</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/01/17/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-erster-teil/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/01/17/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-erster-teil/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 07:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Welterklärungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=319</guid>
		<description><![CDATA[Ausführung einiger Trivialitäten zur Vermittlung ihrer allgemeinen Geläufigkeit Der Staat ist menschgemacht. Freiheit, aus Sicht des Einzelnen, ist die Illusion, &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/01/17/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-erster-teil/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=319&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 14.0px 'Trebuchet MS'} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 14.0px 'Trebuchet MS'; min-height: 16.0px} --><strong><em> Ausführung einiger Trivialitäten zur Vermittlung ihrer allgemeinen Geläufigkeit </em></strong></p>
<blockquote><p><em>Der Staat ist menschgemacht. Freiheit, aus Sicht des Einzelnen, ist die Illusion, selbst entscheiden zu können. Freiheit, aus Sicht des Staates, ist Berechenbarkeit.</em></p>
<p>Ina Eff@Freiherr v. Reiflingen</p>
<p><em>Der Staat ist der Religion verwandt, weil er etwas ist, dass zugleich unabhängig vom Subjekt besteht, als auch nur darin besteht, dass es ihn denkt. Er ist die zugleich objektive und subjektive Grenze der Freiheit, mithin das, was sie bestimmt. Freiheit ist somit nicht einerseits objektiv, andererseits subjektiv bestimmbar. Sie ist überhaupt nicht bestimmbar, ansonsten sie keine wäre. Als nicht bestimmbare ist sie negativ bestimmt als das Jenseits der Objektivität des Subjekts&#8230; Sie denken vom Staat wie der Katholik von Gott.</em></p>
<p>Freiherr von Reiflingen @ Ina Eff</p></blockquote>
<p><strong><em>Vorrede: Schöner Scheitern</em></strong></p>
<p>(1) Nach dem Staat allein läßt sich nicht  fragen. Zu mannigfach sind die  Zusammenhänge, in denen er steht.</p>
<p>(2) Jede Bestimmung ist der Versuch, aus dem Vieldeutigen ein Eindeutiges zu machen. Wer überhaupt etwas wissen will, darf nicht alles wissen wollen.</p>
<p>(3) Jede Bestimmung, offensichtlich, muß daran scheitern, daß das Vielfältige zum Einfältigen wird. Sie scheiterte selbst in dem Fall  der Bestimmer die großartige Geschicklichkeit besäße, das Vieldeutige seines Gegenstandes einzufalten, wie eine Blüte in die Knospe, der sie entsproß. Denn die Knospe ist die Blüte nicht, und ein Gegenstand noch weniger die Konstruktionsvorschrift, nach der man ihn herstellen kann.</p>
<p>(4) Der Bestimmer scheitert, weil er von allen Zusammenhängen, in denen der reale Gegenstand steht, nur die ansieht, die ihm wesentlich erscheinen. Indes, es gibt nichts Wesentliches. Es ist lediglich die seltsame Eigenart der Tätigkeit, die wir «Denken»  nennen, auf etwas Bestimmtes gerichtet zu sein. Dadurch ist das zu Bestimmende auch schon bestimmt. Es gibt, mit anderen Worten,  Zwecke und Methoden anstatt des Wesentlichen. Der Unterschied zwischen Wesen und Erscheinung ist nur die Verschiedenheit, mit der ein Gegenstand in unterschiedlichen Zwecken und/oder Methoden aufscheint. Wie wir die Welt anschauen, so blinzelt sie zurück.</p>
<p>(5) Das Scheitern bestimmt jede Bestimmung. Alle Bestimmungen scheitern anders. Je größer das Scheitern, desto besser die Bestimmung. Die Vielheit des Scheiterns macht die Einheit des Gegenstandes. Es ist ja nicht ohne Weiteres einsehbar, dass eine Sache, die in unterschiedlichen Zwecken und/oder Methoden verschieden aufscheint, immer noch die selbe Sache sein soll. Erst die Vielheit des Scheiterns umreisst den Gegenstand. Dessen in jeder einzelnen Bestimmung verloren gegangene Mannigfaltigkeit wird von der Gesamtheit allen Scheiterns in eine Vielbestimmtheit rückverwandelt. Diese Vielbestimmtheit ist nicht die Vielheit des Gegenstandes selbst. Sie ist das beste, das wir haben.</p>
<p>(5a) Soviel der Vorrede. Ich setze den Staat in den Zusammenhang von Arbeit und Gesellschaft. Freiheit wird als abgeleiteter Begriff erscheinen. Von allen behandelten Begriffen ist die Freiheit der kleinste. Natürlich werde ich scheitern.</p>
<p><strong>Erster Teil</strong></p>
<p><strong>E i n e  e m p i r i s c h e  T h e o r i e  d e r  A R B E I T</strong></p>
<p><span id="more-319"></span></p>
<p>(6) Was ist Arbeit?</p>
<p>(7) Kommunistenkalle sagt:</p>
<p><em>«Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigne Natur. Er entwickelt die in ihr schlummernden Potenzen und unterwirft das Spiel ihrer Kräfte seiner eignen Botmäßigkeit.»</em></p>
<p>(Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1972, Bd. 1, S. 192)</p>
<p>(8) Aha. <em>Stoffwechsel</em>. Das soll hinreichen?</p>
<p>(9) Jegliche Tätigkeit des Menschen ist Stoffwechsel. Die Aufgabe liegt in der Kategorisierung der Tätigkeiten.</p>
<p>(10) Welche Tätigkeit ist Arbeit, welche Spiel; welche Gewohnheit, welche ist Ritus? Welche Tätigkeiten sind beiläufig, welche unwillkürlich, welche willkürlich; welche sind frei und welche unfrei?</p>
<p><strong><em>Weh Weh Weh: Drei Merkmale der Arbeit.</em></strong></p>
<p>(11) Arbeit zeichnet sich von allen Tätigkeiten durch drei Merkmale aus. Das dritte scheidet den Menschen vom Tier. Er wird als Bastard auftreten; als Abkömmling von Ameisen und Affen.</p>
<p>(12) Erstes Merkmal von Arbeit ist, dass sie die Bedingung ihrer eigenen Ausführung ständig neu erschafft. Arbeit, mit anderen Worten, ist eine Tätigkeit, deren Verrichtung es ermöglicht, sie am nächsten Tag erneut auszuführen. Dieses Merkmal nennen wir Wiederzeugung. Wohlgemerkt, Wiederzeugung nicht des Arbeitenden, sondern der Tätigkeit selbst.</p>
<p>(13) Wiederzeugung ist ein konservatives Element. Arbeit ist zunächst konservativ, denn stabilisiert durch Wiederzeugung ihre eigene Existenz.</p>
<p>(14) Arbeit ist immer Wiederzeugung, aber nicht jede Tätigkeit, deren Verrichtung ihre Wiederverrichtung ermöglicht, ist Arbeit. Essen, zum Beispiel, ist keine Arbeit.</p>
<p>(15) Das zweite Merkmal sagt, warum. Arbeit ist aufgeteilte Tätigkeit. Niemand kann für den anderen essen. Arbeitsteilung ist nicht irgendeine besondere Organisationsform der Arbeit, keine optionale Form die sein kann oder auch nicht. Ohne Teilung keine Arbeit; das Wort Arbeitsteilung ist ein Pleonasmus. Nicht der Stoffwechsel macht die Arbeit, sondern die Aufteilung des Stoffwechsels unter den Individuen. Ein Tier, das alle Verrichtungen, die seiner Selbsterhaltung dienen, allein ausführt, arbeitet nicht. Es lebt. Arbeit im Tierreich hebt dort an, wo die Individuen verschiedene Tätigkeiten untereinander aufteilen. Die Eigenart der Arbeit, mindestens jene Tätigkeiten, die zum Überleben der Art unabdingbar sind, unter verschiedenen Indiviuen zu teilen, nennen wir Wohlverteilung. Wohl ist die Verteilung, weil sie, im Gegensatz zu anderen möglichen Tätigkeitsteilungen, eine stabile Reproduktion der Art ermöglicht.</p>
<p>(16) Aus der Wohlverteiltheit resultiert der vergesellschaftende Aspekt der Arbeit. Es gibt immer unterschiedliche Arbeiten. I.d.R. bedingen verschiedene Arbeiten einander und existieren in wechselseitiger Abhängigkeit. Die wechselseitigen Abhängigkeiten wiederum bedingen die Wiederzeugung. Nicht, daß sie für den Arbeitenden selbst nützlich ist, macht die Arbeit. Eine Tätigkeit ist nur dadurch Arbeit, daß sie auch für andere nützlich sein kann. Arbeit ist innerartliche Symbiose auf der Grundlage wohlverteilter Tätigkeit; das Verhältnis der Symbionten ist die Grundlage jeder Gesellschaft.</p>
<p>(17) Alle Ökonomen, viele Philosophen und manche Literaten haben Arbeit zum hauptsächlichen Movens der Geschichte bestimmt. Manche sogar zur sittlichen Pflicht. Man sieht ihr diese hehren Eigenschaften nicht ohne Weiteres an.</p>
<p>(18) Denn bis hier eignet der Arbeit noch keine verändernde, transformative Kraft. Wir könnten inne halten und uns mit dem Erreichten zufrieden geben. Bienen, Nacktmulle, Ameisen, arbeiten sie denn nicht? Ist nicht ihre Arbeit auch von der geforderten Beschaffenheit? Sie wiederzeugt sich und ist wohlverteilt. Und doch argwöhne ich, daß sich sich seit Jahrmillionen nichts Aufregendes am Hofe der Ameisenstaaten ereignet hat. Ihre Gesellschaft, wenn man die so nennen will, ist starr. Trotz härtester Frohn, Revolutionen stehen nicht ins Haus.</p>
<p>(19) Warum verhält es sich beim Menschen anders? Ist der Mensch anders, oder seine Arbeit?</p>
<p>(20) Wodurch wird die menschliche Arbeit zu einer transformativen Kraft, die Neues schafft und Geschichte ins Werk setzt? Liegt es daran, dass sie sich selbst verändert? Ameisenarbeit ist stets die selbe.</p>
<p>(21) Aber warum verändert sich menschliche Arbeit? Kommt die Veränderung der Arbeit aus der Arbeit selbst, oder von ausserhalb der Arbeit?</p>
<p>(21a) Die Frage ist sehr diffizil. Ich kann sie nicht zu meiner Zufriedenheit lösen. Ein kopfwiegendes »sowohl als auch« macht es ja nicht ab. Wir benötigen es konkret.</p>
<p>(21b) Gewiss, zu einem Teil liegt es am Werkzeug. Daß aber der Mensch überhaupt sich in der Lage sieht, Werkzeug zu fertigen; daß er es planvoll verändern kann; daß ihm der Drang eingeboren scheint, es zu verbessern; daß allein das Wissen vom Wekzeugmachen so gut ist, als das Werkzeugmachen selbst, etc.: Dies alles sind Eigenarten, die einmal des Menschen sind. Der Mensch ist das »werkzeugmachende Tier«, aber warum er es ist, das kann ich nicht sagen, ohne zu spinnen. Unser Glück ist, daß die Frage ist für unseren Betracht von minderem Belang ist.</p>
<p>(21c) Was ist Werkzeug?</p>
<p>(21d) Werkzeuge sind nicht einfach Mittel zur Verrichtung von Tätigkeiten. Gleichwohl sind Werkezuge Mittel, d.i. auf der Grenze zwischen Subjekt und Objekt sich befindliche Gegenstände, die &#8211; funktional besehen &#8211; dem Subjekt der Individuierung des Obkekts dienen und &#8211; morphologisch gesehen &#8211; sowohl dem Induviduum als auch seiner Umwelt zugehören. Was aber ist nun der Unterschied zwischen dem Stock, den ein Affe zu Hand nimmt, um eine Frucht vom Baum zu schlagen, und dem selben Stock, vom Menschen zur selben Tätigkeit gebraucht? Wir folgen hier dem Philosophen Peter Beurton, der diesen Unterschied als nur aus Sicht der Evolution begreiflich ansieht. Werkzeug, sagt er, ist erweiterter Phänotyp, ein Spinnennetz ist nicht weniger Werkzeug, als ein Hammer. Der Unterschied zwischen menschlichem und tierischen Werkzeug besteht im Modus seiner Veränderung. Das tierische Werkzeug, so Beurton, kann nur über die organismische Evolution, d.i. die Veränderung des Genoms der Art, die sich des Werkzeugs bedient, vermittelt werden. Allein bei der Menschwerdung sei der Fall, daß die Fähigkeit zum Werkzeugmachen selbst Gegenstand evolutionärer Veränderung war, es hob sich das Ursache-Wirkungs-Verhältnis von Geno- und Phänotyp auf, um als spezifisch menschliches Verhältnis in Erscheinung zu treten. Die Reproduktionskapazität eines Menschen ist von der Entwicklung seines Genoms weniger abhängig, als von der Entwicklung seines Werkzeugs. (Wir spielen hier nicht auf sein Fortpflanzungswerkzeug an…) Das Werkzeug ist fortan als Substrat seiner eigenen Verbesserung vorhanden. Es wird in unterschiedlichen Situationen seiner Bewährung von unterschiedlichen Menschen gebraucht; dadurch wird es den jeweiligen Zwecken angepasst und also verändert.</p>
<p>(21e) Zurück zur Arbeit: Nun wird das Werkzeugmachen selbst zur Arbeit, d.i. zu einer aufteilbaren, sich wiederzeugenden Tätigekeitssorte. Das ist neu. Das bedingt, sagen Marx, Beurton und wir mit ihnen, den Menschen.</p>
<p>(21f) Beurtons Ideen sind reizvoll, weil sie die Hervorbringung des Menschen in einen vereinheitlichten Zusammenhang mit der Hervorbringung jeglichen Neuen bringen. Klar ist, daß die Evolution beim Menschen nicht einfach inne halten, sondern auch ihn erklären muß; klar ist weiterhin, daß die Zwischenkunft des Werkzeugs zwischen Mensch und Natur ihm die Möglichkeit gibt, sein Genom vom Evolutionsdruck der äußeren Umstände weitgehend zu befreien. <em>Wodurch</em> indes der Mensch in diese Lage kommt -  und ich meine es konkreter als in Wendungen wie „durch seine spezifische somatische Ausprägung etc, denn das sind Tautologien der Art, der Mensch ist, weil er menschlich ist &#8211; das macht auch Beurton nicht ergründlich. Wir sehen es ihm nach, denn wir benötigten allein der Feststellung des dritten Merkmals menschlicher Arbeit.</p>
<p>(22) Drei Merkmale, ein Buchstabe: Wiederzeugung, Wohlverteiltheit, Werkzeug. Weh, Weh, Weh.</p>
<p>(23) Sehen wir auf die Folgen.</p>
<p><strong>Zweiter Teil </strong></p>
<p><strong>E R S T E   F O L G E N</strong></p>
<p><strong><em>Wiederzeugung und Wohlverteilung haben eine Art, sich anzufühlen</em></strong></p>
<p>(24) Wiederzeugung &amp; Wohlverteiltheit machen die entscheidende Eigenart der Arbeit, sich nach Arbeit anzufühlen und nicht z.B. nach Spiel. Das ist ein Punkt, den weder Kommunistenkalle, noch sonst ein ernst zu nehmender Philosoph bisher heraus hatten.</p>
<p>(25) Es ist doch eigentümlich, daß ein Mensch tiefe Erbauung in seinem Garten finden kann, während ihm die selben Tätigkeiten auf dem Feld verrichtet &#8211; selbst, wenn das Feld sein eignes wäre &#8211; als Maloche vorkommen. Es spielt auch keine Rolle, ob er die Früchte und Blumen seines Gartens auf dem Wochenmarkt feil bieten geht. Der Garten fühlt sich anders an, als das Feld; unerachtet von unmittelbarer Anstrengung und unmittelbarem Nutzen der Tätigkeit. Der Grund ist, das Feld wiederzeugt sich jeden Tag, weil es für andere einen Nutzen hat. Es rekrutiert seinen Beackerer.</p>
<p>(26) Ist das so? Fordert das Feld seinen Beackerer? Natürlich nicht. Gegenstände fordern nichts. Es ist die Beziehung zwischen Menschen, bzw. genauer zwischen verschiedenen Arbeiten. Andere Menschen können ihre Arbeit verrichten &#8211; sagen wir, Sattelmachen oder Metall verhütten &#8211; weil das Feld beackert wird. Umgekehrt kann der Feldbeackerer seiner Arbeit nachgehen, weil er wichtige Gegenstände für deren Verrichtung &#8211; sagen wir Kleidung oder Werkzeug &#8211; durch andere Arbeit erhalten kann.</p>
<p>(26a) In Klammern: (Kommunistenkalle hat sich im Wesentlichen mit der Frage beschäftigt, wie sich die verschiedenen Arbeiten gegeneinander in Bezug setzen.  Er tat es, wie wir nun ersehen, ohne einen genauen Begriff von Arbeit zu haben. Das ist das Zeichen der Genies, mit Größen rechnen zu können, die sie nicht kennen und dennoch durch sichere Schätzungskunst  das richtige Ergebnis heraus zu finden. Indem sie unterschlagen, werden sie zu Überschlagskünstlern.)</p>
<p>(27) Es gibt, mit anderen Worten, zu jedem Stand der Werkzeuge bestimmte Möglichkeiten, arbeitend tätig zu werden; ihm korrespondiert jederzeit eine (kleine) Anzahl von Möglichkeiten der Wohlverteiltheit. Zu Zeiten des Neolithikums konnte es keine Atomforscher geben; vielleicht überhaupt keine professionellen Forscher. Es entspricht, noch anders gesagt, jedem Stand der Produktivkräfte ein Spektrum möglicher Arbeitssorten. (Produktion ist ein Fürwort für spezifisch menschliche Arbeit. Produktivkraft meint den Stand von Werkzeug &amp; Know How.)</p>
<p>(28) Die tendenziell zwanghafte, eintönige, existentielle Art, in der sich Arbeit anfühlt, liegt also an Wiederzeugung und Wohlverteiltheit. Die Wohlverteiltheit macht das Zwanghafte, denn sie bedeutet, dass andere Arbeit &#8211; und letzthin das Überleben der Art &#8211; von einer Arbeit abhängt. Die Wiederzeugung macht das Eintönige, denn sie bedeutet, dass eben diese und keine andere Tätigkeit ausgeführt werden muss, um sich wieder ausführen zu lassen. Das Existentielle hinwieder, das einen sinnstiftenden und selbst-zeugenden Zusammenhang meint, in den sich der Arbeitende durch seine Arbeit setzen kann, wird sowohl durch äußere Zuweisung, als auch innere Zubestimmtheit, d.i. die Verschränkung von Wohlverteiltheit und Wiederzeugung, bewirkt.</p>
<p>(28a) Ein erster Blick auf die Freiheit: Macht Arbeit frei?</p>
<p>(28b) Offenbar nicht als Verschränkung von Wiederzeugung und Wohlverteiltheit. In diesem Zusammenhang tritt Arbeit als Drangsal und Monotonie auf. Weder, daß sie Reichtum erzeugen, noch, daß sie den Menschen aus der elementaren Obliquität der Natur entlassen kann, läßt sich diesem Zusammenhang entnehmen. Von Erhabenheit gar nicht zu reden. Dieses ergibt sich erst durch das Hinzutreten des Werkzeugs, das selbst zum Substrat von Arbeit geworden ist. Dadurch, daß die Arbeit das Werkzeug verändert und dergestalt sich selbst; dadurch also, daß sie die Möglichkeiten zur Wohlverteilung &#8211; Anzahl und Sorten der Arbeit &#8211; beständig erweitert, dadurch entsteht Freiheit. Freiheit erscheint hier als Möglichkeit zur Wahl: Der Betätigung nämlich.</p>
<p><strong><em>Die öknomische Nische</em></strong></p>
<p>(28) Aus Sicht der Arbeit, bzw. Tätigkeitssorten, welche Menschen verrichten können, strukturiert sich die Gesellschaft anders, als vom Standpunkt der Individuen her, aus denen sie sich zusammensetzt.</p>
<p>(29) Analog zur ökologischen Nische läßt sich die Gesellschaft als ein Verbund ökonomischer Nischen begreifen, in denen bestimmte Arbeiten gedeihen können. Die ökonomische Nische ist ganz allgemein das unmittelbare Netzwerk von Tätigkeiten, in deren Zusammenhang eine Arbeit nützlich werden kann.</p>
<p>(30) Die öknomische Nische darf nicht mit der redensartlichen „Marktlücke“ verwechselt werden, auch wenn diese eine einseitig versimpelte, beschränkte Ausführung der selben Sache ist. Ähnlich, wie Hutchinson das Konzept der ökologischen Nische erweitert hat, indem er die Nische als Selbstrealisierung der Art beschreibt, meint die ökonomische Nische nicht allein ein bestehendes Verhältnis von Tätigkeiten, das eventuell bedient wird, oder nicht, sondern die Selbstrealisierung einer Tätigkeitssorte als Arbeit.</p>
<p>(31) Die ökonomische Nische ist eine andere Art, Wiederzeugung und Wohlverteiltheit zu beschreiben. Der Stand der Werkzeuge tritt hierbei als Parameter, d.i. als prinzipiell veränderbare, aber für den Moment der Betrachtung konstant gehaltene Größe auf. Die Zusammenfassung von Wiederzeugung und Wohlverteilung zu einer ökologischen Nische erlaubt eine umfassendere Sicht auf mehrere Arbeitssorten zugleich. Wir steigen zur Gesellschaft auf.</p>
<p><strong><em>Beispiele</em></strong></p>
<p>(32) Die ökonomische Nische in Beispielen. Nehmen wir Kunst. Sie ist als Exrembeispiel willkommen, weil von der Kunst vielfach gesagt wurde, sie sei der Prototyp einer nutzlosen Tätigkeit. Wenn wir zeigen können, wie sie in unser bisheriges System als Arbeit ordnet, haben wir jegliche nützliche Tätigkeit gleichfalls inbegriffen. Die Aufgabe ist, ihre ökonomische Nische zu schildern.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 14.0px 'Trebuchet MS'} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 14.0px 'Trebuchet MS'; min-height: 16.0px} -->(33) Ein Künstler stellt Kunstwerke her; dies können sowohl Gegenstände, als auch Situationen sein, denen vor allem gemein ist, dass sie von anderen Menschen als Kunstwerk bezeichnet werden. In der Regel meint das, dass es ein starkes innerliches Erleben auslösen kann und ein ästhetisches Urteil provoziert. Diese Eigenschaft des Kunstwerkes, ein ästhetisches Urteil zu fordern, ist unabdingbar. Sie macht aber kein Kunstwerk, sondern zunächst nur einen schönen Gegenstand oder eine eindrückliche Situation. Es wird daraus Kunst nur durch den allgemein als künstlerisch anerkannten gesellschaftlichen Umgang, in dem diese Dinge auftreten. Der Umgang ist verschieden; es kann ein eher praktischer Zusammenhang sein, oder ein religiös bestimmter, ein merkantiler oder ein politischer. Kunst, mit anderen Worten, benötigt ihrer speziellen ökonomischen Nische, um überhaupt zu sein. Der Nischenzusammenhang schafft und bestimmt sie.</p>
<p>(34) Beispiele solcher Nischen: Hofkunst, religiöse Kunst und bürgerliche Kunst. Hofkunst entsteht, wenn ein Herrscher sich Künstler leistet. Die Tätigkeit des Herrschens (die nach unserer Definition natürlich auch Arbeit ist) geht einher mit der Möglichkeit zu Erbauung und Repräsentation der Herrschaft. Das besorgt die Kunst. Die ökonomische Nische von Hofkunst ist der Hof, welcher <em>der</em> Hof nicht wäre, wenn er nicht über Hofkunst verfügte. Ganz ähnlich die religiöse Kunst. Ihre ökonomische Nische ist die Kirche, d.i. die institutionalisierte und ritualisierte Religion. Innerartliche Symbiose von Tätigkeiten, war gesagt, sei die Grundlage von Gesellschaftlichkeit; so erschaffen sich Religion und religiöse Kunst &#8211; Malerei, Bildhauerei, Musik, Architektur &#8211; aneinander. Schliesslich die bürgerliche Kunst; besser sagt man vielleicht Marktkunst oder merkantile Kunst. In ihr tritt das Kunstwerk als besondere Ware auf. Sie ist von der Massenproduktion ausgeschlossen; in der bürgerlichen Gesellschaft ist das eine Sensation, weil die Gesellschaft selbst auf der Massenproduktion beruht. Der Wert eines Kunstwerkes ist unabhängig von der Arbeitszeit, welche auf seine Fertigung gewandt wird. Hier ist die ökonomische Nische besonders augenfällig. Sie wird von den Kunstwerken und ihrem institutionalisierten Handel (dem Kunstmarkt) selbst geschaffen. Teilweise scheint das Kunstwerk gänzlich seiner Bestimmung, ein ästhetisches Urteil zu provozieren, enthoben; es ist allein Tauschobjekt zwischen Sammlungen oder Museen oder Filmverleihgesellschaften. Es gibt, wollen diese Beispiele besagen, immer einen Arbeitszusammenhang &#8211; den des Herrschens, der institutionalisierten Religion, oder des Handels beispielsweise &#8211; in dem das Herstellen von Kunst steht. Dieser Zusammenhang ist ihre ökonomische Nische und bestimmt, <em>surprise surprise!</em>, nicht unerheblich ihre Sujets.</p>
<p>(35) Noch ein Beispiel. Philosophieren. Ist das Arbeit? Welches ist die ökonomische Nische der Philosophie?</p>
<p>(36) Philosophie, als ordnender und sinnstiftender Nachbetracht gesehen, war nicht immer eine Arbeit. Es gab jedoch nie eine Zeit, zu der nicht auch philosophiert wurde.</p>
<p>(36a) Ob eine Tätigkeit Müßiggang bedeutet oder Arbeit, Spleen ist, oder Pflicht, hängt vom Stand der Werkzeuge ab. Ich erachte, die Philosophie wurde in dem Maß zur Arbeit, wie das Lehren sich als spezielle Tätigkeitssorte notwendig machte. Die ersten Philosophen waren Lehrer. Ein philosophischer Gedanke wird bis auf den heutigen Tag Lehre geheissen. In dem Maß also, in dem die Menschen Wissen und Erfahrung anhäuften (und dazu erst die Mittel des Anhäufens, das Aufschreiben nämlich, schaffen mussten), in dem Masse bildete sich eine ökonomische Nische für die Philosophie heraus. Die Tätigkeit des ordnenden Betrachts, die bisher hie und da von nachdenklichen Leuten besorgt worden war, wurde zur Nützlichkeit; ein Zusammenhang, in dem die Philosophie zur Arbeit sich wandeln konnte, war erzeugt. Die ökonomische Nische der Philosophie ist nach wie vor die Lehre und die mit ihr einhergehenden mannigfaltigen Einrichtungen und Tätigkeiten.</p>
<p>(37) Genug der Beispiele. Generalisieren wir und fassen zusammen.</p>
<p>(37a) Die Verschränkung von Wiederzeugung und Wohlverteiltheit können wir auch als ökonomische Nische ansehen. In ihr beziehen sich verschiedene Arbeiten aufeinander und schaffen sich dergestalt selbst. Welche ökonomischen Nischen möglich sind, wird durch den Stand der Werkzeuge, d.i. durch die bestehenden ökonomischen Nischen, bestimmt. Dadurch, daß sich die ökonomischen Nischen nicht nur stumpf wiederzeugen, sondern auch gleichzeitig &#8211; vermittelt durch das Werkzeug &#8211; Substrat ihrer Veränderung sind, verändern sich auch die Möglichkeiten der Vergesellschaftung. Im Mittel steigt die Zahl der ökonomischen Nischen mit der Zeit; mit ihnen steigt die Zahl der Möglichkeiten, sie zueinander in Bezug zu setzen. Ein Kontinuum zugänglicher gesellschaftlicher Zustände wird erzeugt. Auch das ist eine Erhöhung der Freiheit: Zu verschiedenen Ordnungen der Gesellschaft nämlich.</p>
<p><strong><em>Der Staat</em></strong></p>
<p>(38) Anlangen wir beim Staat. Wie ordnet der in unsere Sicht der Arbeit, bzw. ökonomischen Nischen?</p>
<p>(39) Ganz einfach. Staat ist Meta-Arbeit. Der Staat ist diejenige Arbeit, deren Aufwendung andere Arbeit ermöglicht, indem er deren  Ablauf und wechselseitigen Bezug reguliert, überwacht und also stabilisiert.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/319/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=319&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2011/01/17/arbeit-staat-und-freiheit-kleine-systematik-erster-teil/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>The Konjunkturpaket wreaks havoc</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/12/22/the-konjunkturpaket-wreaks-havoc/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/12/22/the-konjunkturpaket-wreaks-havoc/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 15:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachdenklichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=306</guid>
		<description><![CDATA[Erinnerungen an einen heissen Herbst Rien ne va plus, nix geht mehr. Man tritt vor die Haustür und Endegelände, weiter &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/12/22/the-konjunkturpaket-wreaks-havoc/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=306&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnerungen an einen heissen Herbst<br />
</strong></p>
<p>Rien ne va plus, nix geht mehr. Man tritt vor die Haustür und Endegelände, weiter kommt der Hausaustreter nicht: Flammen schiessen auf, markerschütterndes Getöse umbraust ihn, Nasenhöhlen verbrennen, Lungenflügel platzen. Hirn und Augäpfel entweichen dem Schädel. </p>
<p>Dies sei gar nicht das Purgatorium? Eine Baugrube lediglich, eine Wegverbesserungsmaßnahme?</p>
<p>Lediglich?! Richig ist: Eine Baugrube ist eine Baugrube ist eine, Betonung auf “eine”. Viele Baugruben aber machen einen Höllenschlund. Und sehr sehr viele Baugruben sind die Apokalypse. Die Welt, wie wir sie kannten, wird dieser Tage gewendet. Metertief. Es ist die umgreifendste Revolution, die je in Deutschland unterstes zuoberst kehrte.</p>
<p>(Und wie immer in diesem Lande merkt es keiner. Alle deutschen Revolutionen kommen von oben. Die von unten kommenden krepieren mit Sicherheit in jenen Rohren, die bei der letzten Revolution behördlich genehmigt &amp; verlegt wurden.)</p>
<p>Giftig nachtleuchtende Wälder aus Warn- und Umleitungsschildern entwuchern der gewendeten Scholle, vielspurige Magistralen liegen grausam verwüstet und werden vielleicht nie wieder befahrbar. Noch der kleinste Stieg wird gewaltsam aufgebrochen. Die Straßen in der DDR selig, deren Zustand ihre Bewohner einst zu grimmigen Empörern machte, waren wegsamer. Von Hitlers Autobahnen ganz zu schweigen. Wie heißt die verderbensvolle Geißel, die uns heimsucht? </p>
<p>Wodurch die plötzliche Vervielfältigung des Abgründigen, woher die Schächtung dieses Landes? Hier ist die Antwort. Das Land wird vom Konjunkturpaket der Bundesregierung auf-, ein- und endlich niedergerissen. Jenes Geld, das die letzte Krise abmildern helfen sollte. Es muß, so will es seine Bestimmung, bis zum Ende des Jahres ausgegeben sein. Also regnen nun 36,8 Milliarden harte Euro hernieder, und wo sie einschlagen, entsteht ein Baukrater. 36,8 Milliarden Euro schweres Baugerät, Asphaltfräsen, Planierraupen, Richtbohrer betreiben, so der Fachausdruck, kontrollierten Rückbau. Konjunktur beginnt mit Rückbau. “Crescendo”, pflegte unser anthroposophischer Orchesterdirigent Herr Blechert zu sagen, “Crescendo heißt: leise anfangen!”. Ich fürchte der Anfang des Konjunkturprogramms wird lauter gewesen sein, als sein Ende.</p>
<p>Ein starkbärtiger, mittelguter Witz aus der Friedenszeit ging so: “In der Sowjetunion haben sie jetzt eine Maschine gebaut, die säht das Korn, mäht es ab, drischt es, backt Brot daraus und verspeist es am Ende sogar selbst.” &#8211; Jede Gesellschaft, und nicht nur die sozialistische, ist eine solche Maschine.</p>
<p>Die Pointe leuchtet so sehr ein, daß man ihr arglos auf den Leim geht. Natürlich stimmt sie spätestens seit dem Prager Fenstersturz nicht mehr.</p>
<p>Sie erinnern sich? Mit dem begann der dreißigjährige Krieg. Während jener grimmelshausenen &#8222;Hirn-und-Augen-lagen-auch-allda-Zeit&#8220; entstand das Bewußtsein, daß der Krieg möglicherweise der eigentliche Dauerzustand sei, der Frieden aber die krankhafte Ausnahme. Deutlich geworden  in dem berühmten Wallensteinschen Ausspruch vom Kriege, der sich selbst ernährt. Nicht der Friedensmann ist der sich fortzeugende, sondern der Kriegsmann. Weil einmal nichts wachsen kann, wo schon etwas gewachsen ist, sei es Sinn und Einrichtung der Welt, das Gewachsene wieder zu unterpflügen. Das Pfluggerät ändert sich. Nicht ändert sich, daß mit ihm genichtet werden muß, um den Kreislauf des Ewiggleichen in Bewegung zu halten. (Schon Pigor sang diesbezüglich: „Ich heideggere Euch zu Boden!“)</p>
<p>Ich will klar sein. Früher bedurfte es eines handfesten Krieges, einst mit Roßschinder, Schleuder und Armbrust, jüngsthin verbessert zu Luftbombardement und Feuerwalze, um die Infrastruktur eines Landes derart flächendeckend und vollständig zu verwüsten. Aber Kriege sind passè, zumindest vor der Haustür. “Schwerter zu Pflugscharen” heißt das Gebot des Siècles; man pflügt, will das heißen, nunmehr wieder mit krummer Klinge und unterirdisch.</p>
<p>Die moderne Pflügerbombe heisst Konjunkturpaket. Der Übergang ist von der “dumb bomb” zur “smart missile”. Im Gegensatz zur Bombe hat die Rakete ihren eigenen Antrieb; der Krieg unterhält sich auf das Beste. </p>
<p>Die Krise ernährt die Krise. Das ist die Humanisierung der Barbarei, zu der wir seit dem Prager Fenstersturz gelangt sind. Die fieberhafte Tätigkeit, die sich stets entfaltet, um der Krise zu entkommen, heißt Konjunktur. Man weiß nicht, welches Schauspiel den Namen Krise eher verdient: Jenes panische Wirken, das uns heraus reissen soll, oder jenes, das uns hinein reitet. Es ist die selbe Sache. Der Satthals von vorn und der Satthals von hinten. Kraus hätte gesagt, Krise, das ist der Betrieb, der sich für ihren Ausweg hält.</p>
<p>Im Westen haben sie jetzt eine Maschine gebaut, die düngt, indem sie die Felder zu Asche verbrennt, der Asche die prachtvollste Frucht entwachsen läßt, um daraus Biodiesel zu machen, mit dem die Maschine angetrieben wird, die die Felder wieder nieder brennt…</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/306/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=306&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/12/22/the-konjunkturpaket-wreaks-havoc/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Joachim Gauck, Nachpredigt.</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/07/01/joachim-gauck-nachpredigt/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/07/01/joachim-gauck-nachpredigt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 12:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bekenntnisse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=293</guid>
		<description><![CDATA[Puh! Der Spuk ist vorbei und Gauck verschwindet wieder in der Berliner Puppenkiste. Klappe zu, Affe tot. Ein säuerlicher Nachgeschmack &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/07/01/joachim-gauck-nachpredigt/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=293&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Puh! Der Spuk ist vorbei und Gauck verschwindet wieder in der Berliner Puppenkiste. Klappe zu, Affe tot.</p>
<p>Ein säuerlicher Nachgeschmack bleibt. Als hätte man sich erbrochen. </p>
<p>Man weiss es nicht. Hat man? Sobald man sich zu einer Sache äussert, die schon in aller Munde ist, geht nicht mehr auszumachen, wer dann den schlechten Geschmack hat. </p>
<p>Nein, die Sache schmeckt mir ganz &amp; gar nicht, auch wenn sie gewonnen ist. Schön, Gauck wurde irgendwie abserviert. So weit, so gut. Aber in Ansicht der großen Misère, die sich an der Sache sichtbar macht, ist mir das schon ganz Wurscht. Schlimme schlechter-Atem-Wurscht.</p>
<p>Dies ist die große Misère:</p>
<p>Die Berliner Puppenkiste ist schlecht gemacht. Alles an ihr. Das Stück, die Bühne, die Puppen, die Requisite, das ganze Drumherum. Das teuerste noch ist billig.</p>
<p>Das allein wäre nicht bedenklich. Wirklich mies ist, dass die Leute hingehen, obwohl nebenan die besten Bühnen auf sie warten. &#8222;Warten&#8220; ist übrigens ein Euphemismus.</p>
<p>Das Gute, Schöne, Wahre muss sich feilbieten, als wäre es über dem Verfallsdatum. Wir leben in einer Zeit, deren Bewohner von zwei Dingen das häßlichere vorziehen, von zwei Taten die schlechtere und von zwei Sätzen die Lüge.</p>
<p>Es ist abersinnig bis zur Verrücktheit. Natürlich ist des Gutenschönenwahren erste Eigenart, gar kein Verfallsdatum zu besitzen. Oder doch in Zeiträumen zu vergehen, die unsere Lebenszeit übersteigen. Die Leute ziehen das Verfallbare vor. Was schlecht ist, genügt nicht. Es muß auch möglichst schnell noch schlechter werden. Das Verderbte muss verderben bis es stinkt. Das findet Beifall, Zuspruch, Aufmerksamkeit.</p>
<p>Wieso sich mir diese Verrücktheit ausgerechnet an dem eifernden Pfaffen Gauck eröffnet? Sehen Sie, ich führe hier seit gut zwei Jahren recht wenig betriebsam, man kann sagen: saumselig, mein geheimes Sudelbuch. Was ich hierein setze, beschäftigt sich mit Gegenständen, die unabhängig von Tageszeit und Wetterlage humorig oder bedenkenswert oder schön oder unterhaltsam sind. Ihr Verfallsdatum war ich stets bemüht, nach Jahren festzulegen, nicht nach Tagen.</p>
<p>Sie sind, wenn man will, Kunst oder Philosophie und manchmal eine Mischung aus beidem. Ich behaupte für diese Dinge keinen grossen Rang, aber ich behaupte ihre Gutgemachtheit. Man kann, wenn man über ein Aufnahmeorgan für derlei verfügt, Freude daran finden. Die Besucherzahlen in meinem Sudelbuch sagen mir: Allzu viele scheinen es nicht zu sein, die über dieses Aufnahmeorgan verfügen. Gut. Ist der erbauliche Ort eben wenig begangen. </p>
<p>Nun habe ich eine Ausnahme gemacht. Aus Versehen. Der eifernde Pfaffe ging mir auf die Nerven. Über diese Entnervtheit habe ich mich zu dem Fehler verleiten lassen, mich hier, im Sudelbuch, mit Tagespolitischem zu bemüssigen. Mit Dingen, deren Verfallsdatum übermorgen, spätestens nächste Woche ist. </p>
<p>Und plötzlich passiert etwas.</p>
<p>Plötzlich passiert, dass sich Horden in mein Sudelbuch klicken; der Traffic auf dieser Webseite steigt um Grössenordnungen. Kein Witz. Plötzlich herrscht Gedränge und Tumult. Es wird durcheinander genölt, geschwitzt, gestikuliert. Kein wenig begangener Ort mehr. </p>
<p>Aha, denke ich, so geht das. Man kann einen Staubsauger besser verkaufen, wenn man ihm Brüste anklebt. Ein Sudelbuch bekommt regen Leseandrang, wenn man ihm etwas Anstössiges auf den Buchdeckel klebt. Etwas Obszönes. Gauck.</p>
<p>Es trifft nicht zu. Einen barbusigen Staubsauger würde man am Ende dennoch zum Staubsaugen nehmen. Ein Buch mit einem Schundtitel würde man am Ende doch zum Lesen hernehmen. Indes, es hat sich nicht ereignet, dass die durch mein Sudelbuch sich wälzenden Hundertschaften irgendetwas anderes zur Hand genommen hätten, als den obszönen Buchdeckel. Keine zehn Prozent hat den erbaulichen Seiten dahinter auch nur einen Blick gegönnt. </p>
<p>Das Guteschönewahre, es steht neben dem Hochgejazzten wie das Aschenbrödel neben ihren aufgedonnerten Stiefschwestern. Mit dem Unterschied, dass Wirklichkeit ist: Der Prinz nimmt die mit den abgehackten Zehen und lebt glücklich bis an sein Lebensende.</p>
<p>Was ist an einem Artikel über Gauck interessanter, als an einem über den idealen Staat oder über Gottesbeweise? Die spinnen, die Bundis! (Zonis inbegriffen) Was haben die davon, dass sie an diesem Geschwurbel teilnehmen? Soweit ist es gekommen: Einst haben die Medien die Leute vor sich hergejagt. Heute jagen die Leute den Medien hinterher. Warum, in Dreigottesnamen?</p>
<p>Ich meine es todernst. Der Bundespräsident, wer immer es nun sei, wird nie irgendetwas sagen oder tun, das sich innerlich bedenken liesse. Selbst in der besten aller Welten würde er nie etwas erzeugen, das man tief bewundern oder seinen Kindern beibringen könnte. Er wird unserem Leben niemals irgendeine Art von Reichtum und Fülle schenken. Es ist nicht seines Amtes. Er ist, mit einem Wort, im Leben der Meisten eine Nebenfigur.</p>
<p>Im Leben derjenigen Meisten, die selbiges Leben daran wegwerfen, es heute mit dem Bundespräsidenten, morgen mit Guido Westerwelle und übermorgen mit einem anderen Schund zuzubringen. Wie geht das zusammen? Die Zeit, die wir auf etwas wenden, ist ein Maß für dessen Wichtigkeit. Wieso wenden wir die meiste Zeit auf Belangloses?  Ist dies das tiefere Meinen von Demokratie? Soll das ganze Leben randvoll mit Betrieb angefüllt sein, damit man ganz vergisst, es auch zu bewältigen? </p>
<p>Ach, wäre es nur das Bewältigen! Es ist ja auch das Geniessen, das Amüsieren, das Lieben, das Hassen. Alles projiziert sich auf diese unwürdigen Gestalten und Gegenstände, deren Unwürdigkeit jeder umstandslos zugeben würde.</p>
<p>Es gibt nun eine Meinung, die sagt, das Platte wäre der Dünger des Hohen. Man könne sich nicht immer mit dem Gutenschönenwahren abgeben. Es strenge an. Es würde durch übermässigen Gebrauch gewöhnlich werden.</p>
<p>Das alles zugegeben. Es ist ja ein Strohmannargument. Ich behaupte nicht, man <i>müsse</i>. Und <i>immer</i>. Das Platte mag der Dünger des Hohen sein. Das Hohe, sage ich, hört auf, das Hohe zu sein, wenn niemand es für hoch ansieht. Wenn niemand es überhaupt nur ansieht. </p>
<p>Alle wollen düngen. Wozu denn, wenn niemand ernten will?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/293/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=293&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/07/01/joachim-gauck-nachpredigt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Joachim Gauck, dagegen!</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/06/26/joachim-gauck-dagegen/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/06/26/joachim-gauck-dagegen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 09:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bekenntnisse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=255</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt Meinungen, für deren hinterm Berg halten man sich niemals ohrfeigen müssen will. Voilà! Ich bin gegen Joachim Gauck. &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/06/26/joachim-gauck-dagegen/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=255&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Meinungen, für deren hinterm Berg halten man sich niemals ohrfeigen müssen will. Voilà! Ich bin gegen Joachim Gauck. Dagegen, dass er Bundespräsident wird, dagegen dass er sich um dieses Amt bewirbt, dagegen, dass er sich überhaupt in der Öffentlichkeit herzeigt.</p>
<p>Ich vermeide in der Regel, mich um Tagespolitisches anders zu bekümmern, als kategorisierend. Gegen Gauck mache ich eine Ausnahme. Gauck ist die Fratze der bundesdeutschen Vernunft, wenn sie zum Fanatismus wird. Ich schneide ihm eine Fratze zurück.</p>
<p>Jede Überzeugung hat ihre Fanatiker. Jene, die es damit übertreiben, die das Maß verlieren und in ihrem Eifer von Zweifeln gänzlich unangefochten sind. Sie haben nicht einfach recht in dem was sie tun. Sie haben rechtestens. Testestens. Der Fanatiker ist die am meisten Recht habende Person der Welt.</p>
<p>Wir wissen, wie ein islamistischer Fanatiker auszusehen hat. Man findet sein Paßbild fast täglich in der Zeitung. Wir wissen, wie ein jüdischer Fanatiker aussieht, nämlich wie ein islamistischer Fanatiker mit Hut und Schläfenlocken. Wir haben eine ungefähre Überlieferung, wie die Nazi-Fanatiker ausgesehen haben, aber wir erinnern uns nicht allzu gern; sie haben was von Familie. Wir kennen christliche Fanatiker, Fanatiker der RAF und der 68er Anti-Spiesser-Guerilla, wir kennen die Fanatiker, die mit Stalins Namen auf den Lippen starben, und jene, die es in japanischen Kamikaze-Flugeugen taten.  (Geeifert wurde immer. Nicht immer wurde gestorben. Manchmal liess man auch sterben. Wichtig war allein, dass man es mit gutem Gewissen tat.)</p>
<p>Wissen wir aber, wie ein Fanatiker bundesdeutscher Vernunft aussieht? Ein grundguter Vollstrecker des Grundgesetzes? Ein Eiferer des Rechtsstaates? Seit Köhler zurücktreten musste, weil ihm versehentlich die Wahrheit über den Afghanistankrieg rausgerutscht war, wissen wir es wieder. Ach, wir hätten es so gern vergessen!</p>
<p>Die nach ihm benannte Behörde war ja umbenannt worden; der Mann also im Begriff, sich aus dem Gedächtnis zu scheren, wohin er gehört, in den Orcus. Nun ist er wieder da und mit ihm die alten Fragen: Wie muss einer beschaffen sein, um diese Behörde zu repräsentieren und ihr seinen Namen zu leihen? (Überhaupt: Welche Ausschüsse tragen den Namen ihrer Repräsentanten?) Wie kommt einer dazu, sich um diesen Posten zu reissen? Was ist das für eine Sorte Mensch? </p>
<p>Die Antwort liegt auf der Hand und steht ihm ins rechteckige Gesicht geschrieben: Man muss von der protestantischen Unbeirrbarkeit besessen sein, unter allen Umständen Gutes zu tun, koste es, was es wolle. Selbst Fernsehruhm und die Anfeindungen der Bösen und Ewiggestrigen muss man klaglos in Kauf nehmen können. Nur, wer Lichtgestalt sein will, nein, Lichtgestalt ist, kann als Vergelter gehen. Der Erzengel Gabriel ist das Urbild aller Fanatiker.</p>
<p>Durchaus: Vergeltung. Es war klar, ist klar, wird klar bleiben, dass die Gauck-Behörde nie der Herstellung von Gerechtigkeit diente. Ein Dialog zwischen Tätern und Opfern wäre vielleicht möglich gewesen, hätte man Instrumente, wie die Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika geschaffen. Es hat einen Grund, weswegen die TRC, mit deren Hilfe die Verbrechen des Apartheidsregimes ruchbar gemacht werden sollten, ihr Vorbild nicht in der Gauck-Behörde suchte. </p>
<p>Die Gauck-Behörde war ein Vergeltungsinstrument der Sieger und ein Unterdrückungsinstrument gegen die Verlierer. Ihr Wirken war nicht konstruktiv auf die Zukunft, sondern destruktiv auf die Vergangenheit gerichtet. Sie machte aus altem Unrecht neues. Man musste durchdrungen sein, von dem, was heute Rechtsstaatlichkeit heisst, wollte man ihr überzeugt vorstehen. Man muss die Gabriel-Mentalität des gerechten Vergelters haben, um weder aus Hass, wie es das Fräulein Lengsfeld getan hätte, noch aus Macht- und Karrieregeilheit, wie sie das Fräulein Merkel umtreibt, diesen Posten auszufüllen. Man muss ein Pflichterfüller, ein Fanatiker der Bundesrepublik sein.</p>
<p>Komisch, dass gerade der ostdeutsche Pfaffe Gauck so ein Fanatiker ist. Wie konnte er sich die bundesdeutschen Überzeugungen so schnell zu eigen machen? Die Antwort ist, die Sorte ist so. Man muss sie nur an den richtigen Platz stecken. Eigentlich nichteinmal das. Man muss ihnen den richtigen Platz nur in Aussicht stellen. Das genügt. Dann ist nichts vor ihrem heiligen Eifer sicher. Nichtmal sie selbst. Die Aufgabe des Fanatikers ist ja die Aufgabe seiner selbst. Er ist ganz Überzeugung. Das ist keine Deformatión professional. Nicht der Posten sucht und formt sich den Mann. Der fertige Mann sucht den Posten. Leider wurde die Behörde und mit ihr der Gauck-Posten geschaffen. Man kann getrost behaupten, eine Gesellschaftsordnung sei desto schlechter, je mehr Posten für solche Männer sie bereit stellt.</p>
<p>Folglich beängstigt, dass er nun zum Amt des Bundespräsidenten drängt. Sollte das auch ein Posten für Fanatiker und Gesinnungstäter sein? War nicht immer die Vorstellung beruhigend, das Amt des Bundespräsidenten sei nicht, ein Machtwort zu sprechen, sondern bestenfalls, ein Sprichwort zu machen? Gern schmunzelt man noch heute über Roman Herzogs Wort vom «Ruck», der durch Deutschland gehen müsse. Das war vor 13 Jahren und wirkt noch immer so anrührend naiv und unverbraucht, wie einst. </p>
<p>Ich fürchte, so harmlos wird es nicht bleiben. Nicht mit Gauck. Gauck wird das Amt des Bundespräsidenten brutalisieren. So wie Dieter Bohlen das Fernsehen für seine Zwecke brutalisiert. Bohlens Zwecke, das sind lediglich Geschäfte und Großmannssucht. Damit gäbe sich Gauck nicht zufrieden. Er würde aus dem betulichen Amt des Bundespräsidenten eine Kanzel des bundesdeutschen Mainstreams machen. Einen Panzer, einen Schützenturm des politisch Korrekten. Er hätte jeden Tag so unerträglich Recht bis seinen Zuhörern das Blut aus den Ohren stürzte. Er wüsste die Masse des linksliberalen Meinens hinter sich und schöpfte aus dieser Einbildung eine schreckliche Unbeirrbarkeit. Jeden Tag aufs Neue. Den Geist, den sie riefen, würden sie nicht wieder los. Und verfluchen werden sie den Tag, da sie dem schlafenden Eifer des Joachim Gauck ein neues Betätigungsfeld gaben.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/255/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=255&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/06/26/joachim-gauck-dagegen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Sinnsprüche und Splitter (1)</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/05/18/sinnspruche-und-splitter-1/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/05/18/sinnspruche-und-splitter-1/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 May 2010 10:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsprüche und Splitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/?p=242</guid>
		<description><![CDATA[Bislang habe ich Aphorismen und was ich dafür hielt in nicht-chronologischer Reihenfolge, getrennt vom Rest des Blogs unter &#8222;Sinnsprüche und &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/05/18/sinnspruche-und-splitter-1/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=242&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bislang habe ich Aphorismen und was ich dafür hielt in  nicht-chronologischer Reihenfolge, getrennt vom Rest des Blogs unter &#8222;<a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/sinnspruche-splitter/" target="_self">Sinnsprüche und Splitter</a>&#8220; publiziert. Das war, wie  ich nun, nach kurzem Überdenken der Sache befinde, nicht klug: ich hätte  sofort von Lichtenberg lernen, und in halbwegs richtiger zeitlicher  Abfolge veröffentlichen sollen. Fortan gelobe ich temporale Richtigkeit  (mit kleinen Schummeleien):</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Aphorismus   (1): </strong>Der Aphorismus ist das Atom der Dialektik.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Genie  (1):</strong> Die  Wirklichkeit ist eigentlich recht einfach. Man darf nur  den fatalen  Fehler nicht machen, zu glauben, sie sei so primitiv, wie  das Bild, das  wir von ihr haben.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Romantik   (2):</strong>Das Elend des Affektes ist, daß alle ihn wollen und niemand   sich zu ihm bekennt. Das Elend der Welt aber vergrössserte sich   gewaltig, wenn es umgekehrt wäre.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Versmaßgaben:</strong> Der  Vers zwingt zur Präzision. Seine Herrschaft adelt seine Knechte.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Anderswelt:</strong>Verschwörungstheorien und  Sprachrelativismus  entstehen aus der gemeinsamen Sehnsucht &#8211; Furcht? &#8211;  dass alles auch  &#8222;ganz anders&#8220; sein könne.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Verständlichkeit (1):</strong> In der Regel wird man von  seinen  Feinden besser verstanden, als von seinen Freunden. Oder so: Eine  Idee  wird in der Regel von ihren Kritikern besser erfasst, als von  ihren  Apologeten.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Möglichkeit  &amp; Wirklichkeit</strong>: Das Leben ist wirklich ein  riesengrosses  Geschenk! So groß, dass man bis zum Grab mit auspacken  beschäftigt ist.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>So müsste es gehn</strong>: Kauft nicht  beim Kapitalisten!</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Häufigste  Todesursache</strong>: Tod durch Alltag.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Kunst  (2): </strong>Kunst ist, wenn mit möglichst speziellen Mitteln  möglichst  allgemeines bedeutet wird. Wissenschaft ist, wenn mit   möglichst allgemeinen Mitteln möglichst spezielles bedeutet wird. </p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Buch  und Film:</strong> Ein  Buch trinkt man, in einen Film taucht man ein.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Holocaust:</strong> In  Dt. sind die Täter, in New York die Opfer. Dort redete man  unablässig,  hier schwieg man unablässig. Nun ist Generationswechsel:  Hier beginnt  man zu reden, dort beginnt man, es satt zu haben. Das ist  die Dynamik  des historischen Gossip: Langsam verebbende Wellen.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Politik</strong>:  Politik  ist die Kunst des Schuldigenfindens.</p>
<p style="margin-top:20px;"><strong>Aphorismus   (2):</strong> Ein Aphorismus kann alles sein, außer falsch.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/242/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=242&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/05/18/sinnspruche-und-splitter-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Schiller, ernst genommen.</title>
		<link>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/02/12/schiller-ernst-genommen/</link>
		<comments>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/02/12/schiller-ernst-genommen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 14:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ina Eff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/02/12/schiller-ernst-genommen/</guid>
		<description><![CDATA[ODE AN DIE RÄUDE Würden alle Menschen Brüder Rosteten wohl ihre Glieder. (Kurz, es hat schon sein korrektes, Dass die &#8230;<p><a href="http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/02/12/schiller-ernst-genommen/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=237&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ODE AN DIE RÄUDE</strong><br />
Würden alle Menschen Brüder<br />
Rosteten wohl ihre Glieder.<br />
(Kurz, es hat schon sein korrektes,<br />
Dass die Welt nicht ganz perfekt is.)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/237/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com&amp;blog=3197425&amp;post=237&amp;subd=nachdenklichekrankenschwester&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nachdenklichekrankenschwester.wordpress.com/2010/02/12/schiller-ernst-genommen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/c9cb7d18fc171fd363c7b46f495bc601?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">nachdenklichekrankenschwester</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>
