Wirklich schwarzer Humor

(c) William B. "Bill" Watterson II

Nachts, wenn die Sterne trautlicht funkeln: Wenn kein unnützer Laut uns von der Gewissheit der eigenen Existenz ablenkt, wenn wir uns Angesicht zu Angesicht mit dem sich fortwölbenden Unermesslichen finden, und, gleichsam verdunstend, selbst zu einem göttlichen Beobachter werden, wir: oben tronend und alles durchwirkend, die Welt: vor uns hingebreitet, in uns aufgesogen; wenn wir in diesen somnambulen Zustand der Nachtentrückung geraten, na, was denkt da wohl die Hälfte von uns? Weiterlesen »

Karola Mistkäfer (1)

Vorgeschichte: Ein Mistkäfer am Nordpol

Erstes Kapitel: Ein Postbote bewahrt Haltung

Eckart Ton war ein frohgemuter Postbote und ließ sich auch von Frau Setzei nicht die Laune trüben. „Tach, Frau Setzei!“, lachte er über sein glänzendes Postbotengesicht, „Päckchen für Sie.“
„Aha.“, brummte Frau Setzei. „Geben Sie her!“ Sie war im Ort als schroffe Person bekannt.
„Wollen Sie denn gar nicht wissen, von wem es ist?“, erkundigte sich Eckart Ton.
„Nö.“, versetzte Frau Setzei, “ich weiß es ja schon.”
“Ach.”, machte Eckart mit enttäuschtem Ton.
“Von meinem Mann, dem Smutje Setzei.”, fuhr Frau Setzei fort. “Sie sehen doch: Es ist stark bereift.”
Tatsächlich war das Päckchen mit grauglitzerndem Rauhreif überzogen. Unter den schimmernden Wasserkristallen war zu lesen: “Nach Erhalt UNVERZÜGLICH öffnen!” “UNVERZÜGLICH” stand in grossen Lettern und unterstrichen.
“Treibt sich am Nordpol herum”, grantelte Frau Setzei, indem sie Eckart Ton die Haustür vor die Nase stiess, “und macht mir eine Hektik, als wäre ich sein Küchenjunge.” Es mochte wohl berechtigt sein, dass sie für schroff galt.
Eckart Ton rieb sich die verhauene Nase, bestieg sein gelbes Postrad und fuhr damit quer über Frau Setzeis Rabatten davon. Wenn sich seine Laune durch Frau Setzeis Betragen vielleicht doch um ein winziges geschrägt hatte, so wurde sie durch diese Tat wieder ganz und gar ins Lot gehoben.

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Dezenniumsgruss

IRREN IST KOMISCH

Ich habe gelacht, nun spüre ich Reue.
Nie lach ich ohne Trift.
-
Der Grund des Lachens ist, dass es
Auf alle Gründe schifft.

Wasserabschlagend & herzinniglichst verbunden ein maselreiches Jahr wünschend,
Ihre Ina

Unheilbar gesund.

Kurz notiert, beim Arzt.

Arzt (zu Annas Vater): Es tut mir leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, aber Ihre Kinder haben ein Palindrom. Beide.

Vater: O Gott! Und dabei ist Otto noch keine drei Jahre alt!

Mit fremden Federn (in der Art von St. Lem): Stirn und Dominiak ersinnen den idealen Staat

Stirn und Dominiak waren stark im Denken begriffen.

Innerhalb weniger Minuten waren sowohl das erste, als auch das zweite Flausen-Lemma niedergeworfen. (c) Heinz-Karl Bogdanski

Die unübertrefflichen Großdenker und Omnikreateure Stirn und Dominiak hatten beschlossen, das Problem des idealen Staates ein für alle mal zu lösen. Stirn saß, den Blick starr auf das weiße Blatt vor ihm, an einem winzigen Tischlein. Auf dem fand gerade die Schreibmaschine Platz, in die er das Papier vor Tagen eingespannt hatte. Dominiak lief seit dieser Zeit auf und ab. Augenscheinlich waren beide stark im Denken begriffen.

Die Luft war erfüllt mit knisternden Wesenheiten, Gedanken und Inspirationen, die, durch den angestrengten Geist herbeigelockt, zu ungeheurer Dichte zusammengepfercht wurden. Nur so bestand Hoffnung, dass sie wechselwirkten und durch Rekombination und Permutation Neues ergaben.
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Die Spiegelmetapher: Zwei Spiegel, einander vorgehalten

Sicher kennen Sie das: Zwei Spiegel, einander vorgehalten. Wenn derer beider Flächen so gedreht sind, dass sie sich genau parallel zueinander finden, erzeugen sie plötzlich eine endlose Reihe einander wiederzeugender Spiegel, so dass sich die Illusion einer eröffneten Dimension, einer neuen Räumlichkeit ergibt. So stelle ich mir die Beziehung zwischen Sein und Bewusstsein vor.

Ah!, Wiederspiegelungstheorie werden Sie jetzt gelangweilt sagen. Nicht ganz. Eigentlich ganz und gar nicht. Warten Sie es ab!
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Joethen nochma.

Kleena Notenwechsel, inbetreff Joethens:

 

STAATSDICHTER II

Der Goethekenner spricht verwirrt:
Es strebt der Mensch solang er irrt.

(een Freund)

 

DICHTERSAAT

Der irre Mensch zum Stichwortgeber:

Auch Goethe war ein übler Streber.

(icke)

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